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schafft, auch den Mensche», der ihn erkennt und findet durchNachdenken.
16. Eine mir stets widerwärtige, aber nicht sogleich durch-sichtig gewesene Wahrnehmung ist die gewesen, daß sich unsereNbergläubigen so gern mit dem Unbegreiflichen beschäftigen,sich geradezu an demselben meiden und es in den Vordergrundstellen. Mit Pathos und dennoch mit Geringschätzung dermenschlichen Denkkraft erheben sie den scheinbaren Einwurf:„Was ist denn begreiflich! Was begreift denn überhaupt derMensch?" womit sie sagen wollen: der Mensch begreifteigentlich nichts. Diese Meinung zu verbreiten und auszu-sprechen, ist ihnen eine Angelegenheit. Warum?
Erstens wird dadurch das Nichtbegreifen und Wissen desallerdings bereits Begriffenen und Gewußten beschönigt. IhrNaturwissen ist in der Regel ein Minimum, was sie nachgerade alseinen Vorwurf auzusehen sich doch nicht zu entbrechen vermögen.
Zweitens schwächen sie dadurch das Vertrauen zur mensch-lichen Natur. Dieses ist ihnen sehr wichtig. Wer kein Ver-trauen zu sich mehr hat, verläßt sich doch wohl noch auf andere;wer aber in das ganze menschliche Geschlecht, weil in die mensch-liche Natur, Mißtrauen setzt, der greift zu übernatürlicher Hilfe,und wird, da sich doch nicht leugnen läßt, daß der Menschmancherlei Nichtsichtbares weiß, geneigt, dieses Wissen über-natürlicher Offenbarung zuzuschreiben.
Drittens paßt es ihnen, die Natur, sowohl die äußereals die innere, als überhaupt unerforschlich darzustelleu. DieseAnsicht scheint aus der Tiefe geschöpft zu sein, wie sie dennüberhaupt gern von der „Tiefe" und dem „Tiefen" sprechen —nach meiner Erfahrung gerade die oberflächlichsten Köpfe; aberdie Tiefe kennt nur der, welcher wirklich in die Tiefe einge-drungen ist. Wer sein Leben lang nur auf der Oberfläche ver-weilt hat, in dessen Mund ist dieses Wort eine Phrase. Wennein Alex. v. Humboldt oder ein Oersted oder einW. Herschel von Tiefe spricht, so hat das eine Bedeutung.
Die Leute, von welchen wir reden, haben die "Neigung, denGlauben an die Unbegreiflichkeit von möglichst vielem oder