Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
Seite
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4. Auf der Erdoberfläche und demnächst in unseren: Sonnensysteme haben die Physiker und Astronomen die eine, alles er-haltende Kraft (der Anziehung) kennen gelernt, und von dieserKenntnis aus Schlüsse gemacht auf die Bewegung anderer Fir-sternsysteme, welche durch billionen Meilen von uns getrenntsind. Und siehe, was die Vernunft postulierte, zeigt sich in demWeltall als Wirklichkeit, was der Dichter ahnend schon, zwar inanderer, aber in verwandter Beziehung aussprach:

Mit dem Genius steht die Natur i» ewigem Bunde:

Was der eine verspricht, leistet die andre gewiß."

5. Die Natnrkenntnis vernichtet manche Vorstellung vongöttlichen Veranstaltungen und göttlichem Wirken, und An-nahmen, welche die wahre Religionskenntnis lange genug ver-unreinigt haben!

6. Zwei Gründe, von welchen jeder allein für sich hinreicht,den Eingriff des Übernatürlichen in die Natur schlechthin alsverwerflich nachzuweisen, sind vorhanden. Der erste Grund istdie Undenkbarkeit; was aber nicht denkbar, d. h. nicht möglichist, kann nie wirklich sein. Der zweite ist der Widerspruch jenerAnnahme mit dem Glauben, daß Gott die Welt eingerichtethabe und regiere, daß folglich alle Erscheinungen und Wirkungs-arten höchst vernünftig sind. Eine Abänderung dieser Ver-nünftigkeit wäre Unvernunft, welche Gott nicht zuzuschreiben ist.Jener Glaube vernichtet sich daher bei näherem Besehen von selbst.Er kann nur im Unbewußtstem Vorkommen. Mit Bewußtseinausgesprochen und festgehalten deutet er auf Irreligiosität hin.

Uber jene Undenkbarkeit sei noch ein Wort erlaubt. Eswird Leute geben, welche sagen, daß s i e sich das Verneinte sehrwohl denken könntet,.

Darin liegt aber ein Widerspruch. Denken heißt nicht, sichetwas imaginiere», mit oder ohne Absicht; denken heißt, sich denZusammenhang und die Übereinstimmung der Teile eines Dingesvorstellen. Allerdings kann man sich vieles einbilden, aber darumnoch nicht denken. Das sich Widersprechende kann sich niemanddenken. Wir haben gezeigt, daß die Annahme übernatürlicherWirkungen einen Widerspruch enthält. Daß sich viele Leutevieles glauben vorstellen zu können, was sich Gebildete nicht