Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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V.

Stoff zum Denken.

1. Mit dunkel-schreckhaftem Gefühl betrachten dieGläubigen",die nie ans dem Buche der Natur, dem ältesten, dem unverfälsch-baren, das zwar mißverstanden und mißdeutet, aber nicht ver-stümmelt und korrumpiert werden kann, schöpften, die Fortschrittein den Natnrkenntnissen, jene Triumphe des inenschlichen Geistes,welche dem Wahrheitsfreunde so reine, so unvergängliche Freudenbereiten. Nur gewohnt, das sichtbare Firmament anzustaunenund sich dabei halb sinnlichen, halb geistigen Gefühlen zu über-lassen, besorgen sie, daß die denkende Vernunft diese sentimentaleAnschauungsweise verdrängen und einer prosaisch-verständigenBetrachtung Platz machen möge.

Aber wie wenig kennen diese Männer den menschlichenGeist, da sie nicht wissen, daß die denkende Betrachtung die aufEinbildungskraft und Gefühl ruhende anschauliche nicht aus-schließt, diese aber zu Vernunftanschauungen und dadurch zuredelsten geistigen Erhebung verklärt!

2. Zweierlei Menschen giebt es, wenn eine neue Wahrheitentdeckt wird. Die einen werden von lebhafter Freude erfüllt,nicht bloß wegen der Aussicht auf erweitertes Wirken, sondernaus reiner Freude an der Erweiterung des intellektuellen Hori-zontes der Menschheit. Die anderen fühlen sich in der Behag-lichkeit ihres gewohnheitsmäßigen Lebens, Denkens und Fühlensgestört und erhalten dadurch die Neigung, sich entweder gegendie neue Entdeckung oder wenigstens gegen ihre Anwendung zu

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