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Haben wir nicht die Schande erlebt, daß vor kaum einemJahrzehnt Judenhäuser in unserem Lande demoliert wurden,weil das Volk glaubte, ein verschwundener Knabe sei von denJuden zu ihrem Osterfeste geschlachtet worden! nicht die Schandeerlebt, daß ein Weib in den Fluten der Ostsee am Hellen lichtenTage ertränkt wurde, weil sie die von ihr behexten Menschennicht kurieren wollte? nicht in Preußens Haupt- und königlicherResidenzstadt, in, wie C. Ritter sagen würde, der Metropoleder Intelligenz, noch dazu im Jahre 1848, die Schande erlebt,daß Tausende Rettung von Krankheiten von einen: Kinde er-warteten, welches sich rühmte, von Engeln Besuch zu erhalten?Hören wir nicht aus dem Munde sonst ganz und gar aufge-klärter Leute, wenn sie ihre und der Ihrigen Gesundheit zurühmen haben, das Wort „unberufen", als wenn sie durch WorteKrankheiten herbeirufen oder verscheuchen könnten, als wenn einböser Dämon darauf lauere, einen Glücklichen zu entdecken, umihn: sofort Unglück über den Hals zu schicken! Ja, ist es etwaeine seltene Erscheinung, daß eine Person sofort vom Tische auf-steht, wenn sie bemerkt, daß an ihm dreizehn Personen Platznehmen wollen! Ich frage doch jeden halben Menschen, was füreine Verbindung denn stattfindet zwischen der Zahl 13 und demTode eines der Dreizehn im nächsten Jahre?
Rotten mir den Aberglauben aus, er ist eine Schande desJahrhunderts.
Wie geschieht das?
Etwa durch Deklamationen über und gegen die verderblichenWirkungen des Aberglaubens, oder durch Lobpsalme zu Ehrendes „wahren Glaubens", oder durch andere Thätigkeiten derWortemacher und Wortmenschen? „Das Reich Gottes kommtnicht mit Gepränge", sagt Bacon.
Für unseren Zweck wenden wir uns diesmal an anderePersonen — an die Naturforscher. Was sie uns sagenund lehren, das ist echtes, tödliches Rattengift für den After-glauben, der gern im Finstern waltet.
Wir studieren dieNatur und ihre Gesetze. „JederLehrer ein Naturkenner, jeder Landschullehrer ein Naturforscher."Ihr kennt den Refrain!