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3 (1891)
Entstehung
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lich auch hinzu um die Entstehung eines Fabelreichs, wie derAberglaube es aufführt, zu begreifen.

Seine Vernichtung greift manche» Menschen an die Seele.Zu ihnen gehören oder gehörten die Romantiker und die Dichter.

Es ist so süß, sich schwärmerisch-phantastischen Einbildungenzu überlassen, sich umgeben zu sehen von Genien, an die Belebungder Natur durch überirdische Wesen aller Art zu glauben und indas Reich eingeführt zu werden, in dem die Dichter leben. Wiebedauert es nicht Schiller selbst, daß diese phantasiereiche Weltuntergegangen und daß die ganze Natur, statt, wie ehemals imBlütenalter der Natur, von Gottheiten regiert zu werden, nurknechtisch dienet dem Gesetz der Schwere".

Aber die Phantasie hat ihr Zeitalter, und der Verstandauch. Nun wir, was die Naturkenntnis betrifft, in dieses ein-getreten, kann jenes nicht mehr bestehen und nicht wiederkehren.Die griechische Mythologie gehört nur noch der Geschichte an.

Daß mit jenem Fortschritt die Poesie nicht aufhört, ver-steht sich von selbst. Aber die Gegenstände, mit welchen sie sichbeschäftigt, werden andere, anders die Formen und Bilder, inwelche die Anschauungen und Geschichte eingekleidet werden. Aberwir haben auch nichts dagegen, wenn ein R a y m und, einHoffmann oder selbst ein Tieck uns ein paar Stunden durchZaubermärchen oder Feengeschichten ergötzt. Daß die Welt, dasganze Dasein, Leben und Weben der Menschen prosaischer ge-worden, wer wollte das leugnen? Aber wer möchte darum dasMittelalter oder die heidnische Zeit znrückwünschen? Und werdie poetische Anlage, wenigstens die Freude an der Poesie undihre Schöpfungen nicht in sich ertötet hat, der findet auch jetztnoch Gelegenheit zu ihrer Bethätigung und zu poetischen Ge-nüssen. Das Reich des Aberglaubens ist dem Reiche der wahrenSchönheit direkt entgegengesetzt.

Der Aberglaube ist überhaupt ein verderbliches Unkraut.Rotten wir es aus, wenn, wie und wo nur es vermögen, undzwar mit Stumpf und Stiel!

Denn noch ist er nicht aus der Welt verschwunden, wederaus den Kreisen der sogenannten gemeinen Leute, noch aus denender aristokratischen, gläubigen Regionen.