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der Menschen und der ganzen menschlichen Gesellschaft, sondernauch ein Feind des Glaubens. Aberglaube ist Afterglaube, falscherGlaube, entarteter Glaube. Er ist ein Glaube, aber ein Glaubean das Falsche, Verderbliche, und schon allein darum, weil erdem Geiste des Menschen eine falsche Richtung giebt, sein Inneresmit falschen Meinungen besetzt und es dadurch für den Eingangdes Richtigen und Wahren versperrt, schon darum allein, ganzabgesehen von den verderblichen Folgen des Aberglaubens imLeben, muß er für einen der ärgsten Plagegeister des Menschen-geschlechts erachtet werden. Er hat auf das öffentliche Leben wieeine Pest gewirkt. Durch ihn wurde Tausenden und Abertausendendas Leben zu einer Hölle. Er hat nicht nur die Verbreitungrichtiger Einsichten, sondern auch die Verbesserungen im Lebennach Möglichkeit gehindert. Viele Jahre lang verschmähte manin Italien die Einführung des Blitzableiters; man nannte ihndie „Ketzerstange".
Hier schon müssen wir ein Wort zu denjenigen reden, derenwir gleich zu Anfang gedachten, welche geneigt sind, das überden Aberglauben ergehende scharfe Gericht zu schwächen. Die-selben denken, Aberglaube sei dach immer Glaube, stehe mit diesemkostbarsten Gute des menschlichen Geistes in Verbindung: eskomme daher nicht so sehr darauf an, ihn zu bekämpfen, derGlaube überhaupt führe in geheimnisvolle Gebiete, es sei über-haupt sehr schwer, hier überall das Richtige von dem oft nurmöglicherweise Unrichtigen zu scheiden, jedenfalls sei esbesser, etwas zu viel als zu wenig zu glauben.
Diesen nun müssen wir sagen, daß der Aberglaube mitder Gottlosigkeit in innerem Zusammenhang steht, ja seinemwahren Wesen nach nichts anderes ist als Irreligiosität und Gott-losigkeit selbst.
Nehmen wir alle oben angeführten und andere Beispiele:sie zeigen deutlich, daß es dabei entweder auf böse Wirkungenabgesehen ist; oder sie beweisen, daß der Inhaber und Verbreiterdes Aberglaubens an die gesetzmäßige Wirksamkeit der Naturund an ihren Ursprung und ihre Erhaltung durch einen all-weisen Schöpfer nicht glaubt, und daß er, statt Ordnung, Regelund Ursächlichkeit, kurz statt der Weisheit in der Natur, Narretei