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kleine Kinder allein lasse, der Teufel sie vertausche*; vor deinJahre 1000 n. Chr. Geburt glaubte mau allgemein an den Welt-untergang in diesem Jahre; ein zwölfter oder dreizehnter glaubt,wie Römer im Jahre 1850, an das Augenverdrehen derBilder der „Mutter Gottes" und ihre schreckhafte Bedeutung —und wie die Meinungen der Abergläubischen weiter heißen mögen.In allen diesen Fällen ist ein natürlicher, d. h. ein auf Natur-kenntnis ruhender Zusammenhang zwischen angeblicher Ursache undder ihr zugeschriebenen Wirkung nicht erkennbar**.
Über die Schädlichkeit des Aberglaubens braucht mau nichtviel Worte zu macheu. Er ist nicht bloß ein Feind des Wohls
* Ein Beispiel von Aberglauben, das, so beschämend es ist, das Gutehaben kann, daß man Neugeborene, welche» so leicht etwas zustoßen kann,nicht allein läßt.
** Zuweilen indessen gelingt es, den Zusammenhang zu entdecken.
Als im Jahre 1804 oder 5 die Franzosen die Insel Corfu, deren Be-wohner eine sehr feindselige Gesinnung gegen sie hegten, besetzten, hörteplötzlich ein Heiliger aus, Wunder zu thun. Das Volk geriet darüber ingroße Bestürzung, brachte dieses schreckenvolle Ereignis mit den Franzosen inVerbindung und die Aufregung gegen sie stieg in dem bedenklichsten Grade.
Auf die Meldung dieser Sachlage an den damals in Mailand an-wesenden Napoleon von seiten des Kommandeurs jener Truppen erfolgtesofort der Befehl von jenem an diesen, dem Prior des Klosters, in welchemder Heilige die herkömmlichen Wunder versagte, anzuzeigen, daß er (derPrior) in Ketten nach Mailand transportiert werden würde, wenn seinHeiliger nicht binnen 24 Stunden wieder anfinge, Wunder zu thun. DerHeilige gehorchte.
Also hat es mir jener Kommandeur selbst erzählt. Ich glaube in-dessen nicht, daß Wundergläubige durch diese Erzählung geheilt werden.Denn warum sollte nicht der Befehl des Kaisers der Franzosen durch einWunder auf den Heiligen gewirkt haben? Wer einmal an Wunder glaubt,dem ist gar nicht beizukommen; auch ist es dasselbe, ob man an ein Wunder,oder an zehn, oder an hunderttausend glaubt. Das Wunder des heiligenRockes ist gerade so glaubwürdig, wie irgend ein anderes. Wunder bleibt— Wunder. Ein Wundergläubiger hat also dem andern nichts vorzu-werfen. — Diese Gelegenheit erlaube noch die Frage an die Leser, woheres kommen möge, daß Wundergläubige über nichts mehr erbosen, alswenn man ihren Wunderglauben bestreitet. Ist das etwas Natürliches,oder auch etwas Übernatürliches?
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