34
Studium der Natur legen, manche von denen, die sich für dieVerteidiger des Glaubens halten, den Kopf geschüttelt haben.Aus jenen: und aus diesem Grunde dürfte es kein unnützes Wortsein, über den Einfluß der Naturkenntnis auf Aberglauben undUnglauben zn den Lehrern einige Worte zu reden. —
Alan hat einen physischen und einen religiösen Aberglaubenunterschieden. Dieses ist hier, wenigstens vorerst, nicht nötig;Aberglaube ist Aberglaube.
Unter dem Aberglauben ist die Neigung — sie kann zurSucht werden — eines Menschen zu verstehen, an Erscheinungen,Begebenheiten, Wirkungen in der Natur zn glauben, ohne Mit-wirkung der Natur und ihrer Gesetze. Ob der Aber-gläubische sich dabei die Wirkung der Natur bloß rein aufge-hoben, oder das gerade Gegenteil von ihr hervorgerufen denkenmag, ist gleichgültig. Er glaubt an Erscheinungen in der Natur,welche mit den Kräften derselben nicht gewirkt sind, an Wirkungen,welche mit den Ursachen, denen er sie zuschreibt, in keinernatürlichen Verbindung stehen.
Ein Mensch heilt durch Worte Krankheiten bei Menschenund Tieren, auch in der Ferne; ein anderer fügt durch seinenbösen Willen Menschen und Tieren Krankheiten zu; ein drittererkennt aus den Sternen, ob es gut sei, daß einer auf Erdenzur Ader lasse, purgiere und sich das Haar schere; ein fünftersieht auf Totenäckern Gespenster umhergehen und den Tod ge-wissen Personen vorausverkündigen; ein sechster glaubt an dieExistenz des leibhaftigen Teufels und er verschreibt sich ihm;ein siebenter erblickt in einer Sonnen- oder Mondfinsternis einenDrachen, welcher Sonne und Mond verschlingen will; ein achterfürchtet Krieg, Mißwachs und Seuchen, weil unerwartet einKomet am Himmel erschienen ist, weshalb einmal ein Papst beider Erscheinung eines Kometen mit allen Glocken läuten ließ;ein neunter sieht die Cholera oder den 18. März in: „Jahr derSchande" als ein von der Gottheit über die Menschen direktverhängtes Strafgericht an; ein zehnter sucht durch ZaubertränkeLiebesflammen zu erwecken; ein elfter glaubt, daß, wenn man