samkeit dafür kannst du meinetwegen andern überlassen. In derRegel geht es über den Horizont des Lehrers, er besitzt das„Zeug dazu" nicht, und er tritt damit nur zu leicht aus seinemKreise heraus; es ist nur zu oft ein sehr zweideutiges, für seineinnere Ruhe leicht gefährlich werdendes Beginnen. Die wahreFreiheit ist eine Frucht der Bildung. „Volksfreiheit und Volks-glück durch Volksbildung", das sei der den Lehrer belebendeGedanke; durch Verbreitung der Bildung liefert er den Beitragzu jenen Gütern, welchen man von ihm zu erwarten und zufordern berechtigt ist.
Kurz und mit einem Worte:
„Lebe im Ganzen!" dadurch erfüllst du die oberste An-forderung dieser und aller gewaltigen Zeiten!
Denken wie Wollen, in Gärung bringt, umgestaltet und fortbildet. Denndie Natur des Menschen duldet keine Widersprüche in sich; sie reagiert so-lange gegen dieselben, bis sie überwunden sind. Deshalb bedarf es in derRegel auch nur einer tieferen Anregung des selbständigen Denkens aufeinem Gebiete desselben, um in dem Menschen den Trieb zur Freiheit imganzen Denken und folglich im ganzen Wollen zu erwecken. Bedenke mandarum, welches Resultat entstehen muß, wenn der Lehrer es versteht, indem Zöglinge die Triebe nach Selstthätigkeit und Selbständigkeit allseitigzu erwecken! Darin liegt die ganze Aufgabe des Pädagogen beschlossen.