Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
Seite
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Du bist einer in der Masse, ich bin einer; nur einer, aberdoch einer.

Diese Erkenntnis veranlaßt uns, nicht zu groß, aber auchnicht zu klein von uns zu denken, veranlaßt uns, uns den übrigenzuzugesellen und vereinigt mit ihnen zu wirken. Das Heilkommt nur vom ganzen und durch das Ganze.

Der große und erhabene Mensch Schiller hat es aus-gesprochen, und ich habe es hundertmal ihm nachgesprochen, undich werde nicht müde darin:

Immer strebe zum Ganzen!"schließ' an ein Ganzesdich an!"lebe im Ganzen!"Wenn du dahin bist, esbleibt!"

Wo ist denn dieses Ganze? kannst du nicht inehr fragen.

Es ist der Staat, es ist die Gemeinde, in welchen du lebst,es ist der Lehrerverein deiner Gegend und Deutschlands.Gehörst du ihnen mit deinem Fühlen, Denken, Streben an?Oder ist deine Familie dir die ganze Welt?

Die humanen und die sozialen Jitteressen der ganzenGemeinde sind das Augenmerk des Lehrers und der Acker seinerThätigkeit außerhalb der Schule, also: jede Art der Bildung,der religiösen, der sittlichen, der sittigen Spielschulen, Fort-bildnngsanstalten, Lesevereine, Volksbibliotheken, Anleitung derMädchen zu Handarbeiten (durch Hilfe der Lehrerfrau!), derKnaben zu landwirtschaftlicher Thätigkeit rc. rc.Dem Volkeschlug sein Herz," muß man von jedem Lehrer dieser Zeit sagenkönnen. Ihr wollt anerkannt werden, machet euch anerkennens-wert durch gemeinnütziges Wirken!Noch viel Verdienst ist übrig!"

Gute Gesetze und vernünftige Einrichtungen sind preis-würdige Dinge; aber sie gehören zu den Äußerlichkeiten. Nirgendssind sie das Wesenhafte selbst, das in geistigen Gütern besteht.Auf diese richtet der Meuschenerzieher überall sein Augenmerk.Er beteiligt sich au der sittlichen, humanen Arbeit, an der Ver-besserung der soziale!: Verhältnisse, diesem eigentlichen Zweckeauch aller heilbringenden politischen Bestrebungen, die ewig nurals Mittel zu jenen zu betrachten sind. Daß jeder Mensch imandern den Menschen erkenne und achte, dessen Menschenrechte