Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
Seite
19
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Eigentümlichkeit modifiziert sie die allgemeinen, zu aller Zeitgeltenden Forderungen, bringt sie in bestimmte Beziehungen undRichtungen. Die Antwort aus die gestellte Frage ist daher eineallgemeine und eine besondere. Wir beginnen mit jener.

Jede in ihrer Art gewaltige Zeit ruft alle in ihr vorhandenen,ihr zu Gebote stehenden Kräfte wach, belebt und steigert sie.

Also auch bei dem Lehrer.

1. Ein Lehrer dieser Zeit wird daher mit er-höhter Kraft die Aufgabe seines Berufes zu lösen,den Anforderungen desselben zu genügen trachten.

Dieses Bestreben soll, wie alles Natürliche und Gesunde,nicht durch Reflexion entstehen oder aus dem Verstände ent-springen, sondern aus den gesunden und frischen Trieben undGefühlen, kurz aus dem Gemüt. Muß man sich durch Nach-denken dazu bestimmen, sich bestimmte Motive Vorhalten, somangelt schon die gesunde, frische Kraft. Es ist damit, wie mitallem Naturgemäßen, zu welchem nur derjenige kein Vertrauenhat, welcher durch verzerrende Erziehung, durch verwirrendenSchulunterricht der natürlichen, frischen Lebensrichtung entrücktist. Ein Mensch, dessen Urantriebe aus Begriffen und klar er-kannten Motiven ihren Ursprung nehmen, ist kein natürlicher,gesunder Mensch mehr. Alles Gesunde, Natürliche, Frische ent-steht aus natürlichen Trieben. Nicht bloß Essen und Trinken,Schlafen und Wachen, Spielen und Arbeiten und Heiraten,sondern auch Denken, Wollen und Handeln. Alle wahren undtieferen Strebungen, Thätigkeiten und Absichten des Menschenentstehen aus dem Unbewußten. Erst sind die Antriebe, Be-strebungen, Thätigkeiten da; dann kommt das Bewußtsein hinzu.Verstand und Vernunft sollen sie leiten, über sie wachen, damitsie nicht ausarten; aber Verstand und Vernunft sollen und könnendie Kräfte, wenn sie schlafen oder tot sind, nicht ins Leben rufen.Alle gesunden Produkte des Menschen entstehen aus dem Ur-sprünglichen.

Also auch in betreff erhöhter Lehrerthätigkeit in einer ge-waltigen Zeit. Sie regt die Kräfte auf, sie steigert sie in derRichtung, die sie bereits haben. Wer sich dazu ermuntern, wer