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Die erziehende Grundkraft ist allerwärts die Neigung zuKindern, ist das Herz für Menfchenwohl und Bildung, ist dieAufopferungsfähigkeit für die Armen und Verlassenen, ist miteinen: Worte die sich hingebende und aufopfernde Liebe.
Das neugeborne Menschenkind gleicht einem Pflanzenkeime,in welchen der Schöpfer alle Bedingungen und Grundtriebe jedesmöglichen Werdens und die Gesetze dieses Werdens gelegt hat;sie sind mit dem Menschenkeime und in demselben gegeben. Dergereiste, denkende Erwachsene findet sie vor, er hat sie nicht zumachen; er hat sie, wie. alles Göttlichgegebene, zu respektierenund in ihrer unergründlich weisen Einrichtung zu verehren. Ersucht diese zu erkennen, um ihre Winke zu befolgen. Der Er-zieher macht sich zum Diener der Natur. Heilig ist ihm dieMensch enuatur in den: Kinde, wie in jedem Er-w achsene n.
Unter günstigen Verhältnissen entwickelt sich die Menschen-natur in naturgemäßer, naturgesetzlicher Weise. Der gereifte Er-zieher sucht diese beglückenden Verhältnisse zu gestalten. Ersucht die deutlichst sich aussprechenden Triebe und Strebungender Kindesuatur zu befriedigen.
Das Kind will thätig sein; es will durch seine Sinne dieEinwirkungen der Welt empfangen und durch seine Gliederwill es wirken. Sinnenübung und Gliedert!)ätigkeit sind dieersten Hebel der Menschenerziehuug.
Das Menschenwesen reift überhaupt nur durch Thätigkeit,Selbständigkeit. Dieselbe ist von Anfang an vorhanden, siesteigert sich mit der Schärfe der Sinne, mit dem Wachstun: derKräfte. Des Erziehers Absicht ist daher überall auf die Er-haltung und Erhöhung der Selbstthätigkeit gerichtet. Die Thätig-keit des Kindes in: Säuglings- und ersten Kindesalter ist Spielim weitesten Sinne des Wortes. In: Spiele lebt es durch Ein-bildungskraft und Phantasie das Menschenleben. „Hoher (tiefer)Sinn liegt in des Kindes Spiel."
Die Natur weist den Menschen später an die Arbeit. DasSpiel geht in sie über, verbindet sich mit ihr. Durch Selbst-thun soll der Mensch sei,: Wesen, sein eigentliches Dasein, sein