Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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Pestalozzi suchte das Heil der Menschen in der Erziehungund Bildung. Speziell arbeitete er für die Erzieher und Bildnerdes Volkes. Im engeren Sinne des Wortes gehörte er dahervorzugsweise ihnen an.

Zwar haben sich viele von denen, die sich Erzieher undLehrer des Volks nennen, seiner Schöpfungen nicht bemächtigt;aber seine Schuld ist es nicht, daß er noch nicht für alle gelebthat. Viele andere haben sich der Wirkungen seines Geistes zuerfreuen, ohne daß sie ihre Quelle kennen. Manche aber sindsich dieser Urquelle klar bewußt; sie wissen es, wo wahrer, echterErziehungsgeist zu schöpfen ist und sie sind dankbar dafür.

Das erste Gefühl, welches bei der Erinnerung an den12. Januar 1746 erwachen mußte, war das Gefühl der Dank-barkeit; das Fest 1846 war daher vorzugsweise ein Fest derdankbareil Freude. In denjenigen, welche sich zu demselbenrüsteten, mußte die Frage entstehen, wie sie sich in würdigerWeise dein außerordentlicheil, auch bis jetzt noch einzig dastehen-den Manne dankbar erweisen könnten.

Was kann man den großen Toten darbringen, wie ihnenlohnen?

Die Empfindung der Dankbarkeit ist an sich schon etwasEdles und Erhebendes.Das höre ich so gern," sagt Bettinav. Arnim,wenn die Leute sich bedanken; es ist Musik fürmeine Ohren."

Aber bei der bloßen Empfindung des Dankes konnte mannicht stehen bleiben; eine Dankes er Weisung mußte folgen.

Alan erweiset seinen Dank gegen die Toten, wenn manihre Lebenszwecke fördert, wenn man fortsetzt, was sie begonnen,wenn man ausführt, was sie gewollt haben.

Der einzelne dankbare Jünger und Schüler Pestalozzismußte sich darum sagen, daß es des Festtages würdig sei, wenner sich vornehme, tiefer in den Geist Pestalozzis einzudringen,um mehr uild mehr in dem Geiste des entwickelnd - erziehendenUnterrichts zu wirken und andere dafür zu gewinneil.

Dieser Vorgang ereignete sich, wo er stattfand, in der stilleilTiefe der Seele, in dem Lehrergewissen.