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Viele Lehrer haben Sinn für mancherlei, sie schließen sichVereinen verschiedener Art an, haben aber für die Interessenihres Standes nicht einen gleich regen Eifer. Es ist nicht zuverantworten. Von dem Lehrer erwartet man zuvörderst undzuoberst Sinn für seinen Beruf und seine Standesgenossen. Derwahre Lehrer fühlt sich mit ihnen für die Fortbildung des Heran-wachsenden Geschlechts solidarisch verpflichtet. Die Kulturder Nationen ist eine Aufgabe des gauzen Standes. Darum be-lebt ihn die Neigung, seinen Berufsgenossen zu geben und ihnendas erringen zu helfen, was sie bedürfen. Nun fehlt es demStande der Volksschullehrer und Volkserzieher häufig an denGütern, die das Gegenteil der aufgeführten Übel sind; darumhat der Tüchtigere, Geförderter^ die ernste Pflicht, sich derweniger Geförderten in brüderlicher Liebe anzunehmen und ihreBildung zu steigern. Eins der wichtigsten Mittel dazu ist dasLesen und Studieren pädagogischer Zeitschriften. Gar manch einsonst treuer Lehrer versteht nicht, was die pädagogische Zeit-schrift bietet, er kann sich vielleicht noch gar nicht durch eigeneLektüre belehren; warum stellt sich denn der benachbarte Kollegeihm nicht helfend zur Seite?
Hier ist für die tüchtigeren, edleren Lehrer ein Feld desfruchtbarsten Wirkens. Nur der dünkelhafte Meister von ehemalswill vom anderen nichts lernen; nur der ekelhafteste Hochmutwill nicht eingestehen, daß er manches nicht wisse. Wer einLehrer von heute sein will, will zulernen und sortschreiten, under ergreift dankbar die ihm helfende Hand.
Äußerer Mittel zur Verbreitung der pädagogischen Lektüreunter den Lehrern brauchen wir nicht zu gedenken. Sie fallenden: Strebenden von selbst ein, sind auch verschieden nach ört-lichen und persönlichen Verhältnissen. Herbart nennt die Geo-graphie eine assoziierende Wissenschaft; der Lehrerstand ist einassoziierender Stand, der Assoziationsgeist leitet auf die rechtenPfade. Das Sehen mit eigenen Augen ist ein herrliches Ding.Aber wer kann heutzutage alles mit eigenen Augen wahrnehmen,wer hat es jemals gekonnt?
Die Litteratur ist ein Meer, die Litteratur jedes Faches.Alljährlich, oft tagtäglich tauchen, nicht bloß am Horizont der