Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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während sie nicht merken, daß sie selbst des geistlichen Hochmutsund der Aufgeblasenheit voll sind. Sie sehen mit Selbstzufriedenheitund Selbstgenügsamkeit auf die unruhig Strebenden hinab: dennsie sind dieFertigen", denen, wie der Dichter sagt,nichts rechtzu machen ist". Nurder Strebende sei dankbar", fügt er hinzu.

Die ersten (snb I) flößen uns Mitleid, die zweiten Un-mut, die dritten Verachtung ein. Mit Widerwillen wenden wiruns von diesen weg, denn sie erwecken in uns die Erinnerungan die Zeit des hochbeinigen, dummdreisten, versumpften unddoch aufgebläheten Schulmeistertnms. Wir aber fordern für dieneue Zeit keine Schulmeister oder Schulhalter, sondern Lehrer,pädagogisch-gebildete und pädagogisch-strebende Lehrer. Einweiterer Grund zur Erklärung der hier besprochenen betrübendenErscheinung liegt

4) in der abhängigen Stellung vieler Lehrer undin dem Mangel an Anregung von seiten ihrerVorgesetzten.

Die Blicke vieler tausend Lehrer sind viel mehr auf ihreVorgesetzten, als auf ihre eigene Sache gerichtet. Was wünschtoder verlangt der Herr Schulrat, der Herr Landrat, der HerrSuperintendent, der Herr Dekan? das ist ihre Hauptsorge. DieGeuaunten verlangen bei weitein nicht immer, ja meist nicht,mit der rechten Energie, daß die Lehrer als Lehrer sich fort-bilden, ihren Horizont erweitern und zu selbständigen Urteilenhinaufwachsen. Die Abhängigkeit der Lehrer, die oft an Un-mündigkeit grenzt, ist ihnen lieb. In dem Lesen der Journale,die von selbständigen Lehrern geschrieben werden, und welche sichdie Aufgabe gestellt haben, der Unselbständigkeit der Lehrer, zu-oberst der geistigen, weil diese die Mutter aller anderen ist, einEnde zu machen, erblicken jene Vorgesetzten eine ihren Zweckenund Absichten schädliche Gewohnheit. Daher bringen sie ihreLehrer davon ab, verleiden ihnen das Lesen der anregenden oder,wie sie sagen,aufregenden" Blätter oder verbieten sie ihnengeradezu. Wir haben es erlebt; die Königliche Regierung inLiegnitz z. B. befahl, daß kein Buch in die von den Lehrern inHirschberg errichtete und durch deren Beiträge unterhaltene Lehrer-