Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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Wand er berichtet, daß in seiner Umgebung 25 0ch allerLehrer zu denjenigen gehören, welche an Jonrnal-Lektttre über-haupt teilnehmcn, also wenigstens eine Zeitschrift in das Hansbekommen. Drei Vierteile aller Lehrer lesen also dort gar nichtsPädagogisch-Periodisches. Natürlich wird das Verhältnis ander-wärts ein anderes sein. Nach eingezogenen Nachrichten über dierheinisch-westfälischen, kurhessischen, sächsischen Lehrer steht dasVerhältnis dort günstiger, in Ostpreußen, Pommern, Posen,Mecklenburg weniger günstig, in Berlin selbst steht es nichthöher. (!) Was lehrt die Erfahrung den Leser in seiner Um-gebung? Das Resultat ist ein niederschlagendes, ja mandarf die Schäden nicht verbergen ein tief betrübendes.

Daß es mit der angeführten Thatsache seine Richtigkeit hat,geht auch aus der Geschwindigkeit hervor, in welcher viele derin froher Hoffnung erscheinenden und, im Falle längeren Lebens,zu frohen Hoffnungen berechtigenden Journale wieder verschwinden.Aus Mangel an Absatz können sie sich nicht halten.

Die Redaktionen der meisten Blätter würden sich glücklichschätzen, wenn ihre Jahreseinnahme 500 Thaler betrüge; dannkönnten sie nicht nur ehrlich bestehen, sondern auch ihre Mit-arbeiter bezahlen, und ein Uberschuß zu einiger Vergütung derMühe käme für den Redakteur und den Verleger heraus. An-genommen nun, daß jeder Mitleser jährlich einen halben Thalerbeiträgt, so hätte jedes Journal tausend Leser, und so viele ge-hörten zur Erhaltung eines solchen. Das machte auf hundert-tausend Lehrer hundert Journale. Man ziehe den Schluß! DasResultat ist ein klägliches.

Es ist allgemein zu beklagen, nicht bloß um der müh-samen Arbeit sich hingebender Herausgeber und Verleger, sondernhauptsächlich um der Lehrer uud um des Fortschritts der Sachewillen.

Denke inan sich in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts,in welchem alles, was nicht schmachvoll Zurückbleiben will, liest,weil kein Jahr, kein Monat, oft kein Tag vergeht, an dem nichtetwas Bemerkenswertes airzuzeigen wäre, denke man sich, sageich (ich muß übrigens gestehen, daß ich mich in das innere Wesen