Druckschrift 
3 (1891)
Entstehung
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Das Lesen der pädagogischen Journale.

Nach der fleißigen Zusammenstellung der in der ganzenVergangenheit in Deutschland erschienenen pädagogischen Zeit-schriften von Wan der in seinempädagogischen Wächter" be-läuft sich die Gesamtzahl aller noch nicht auf zweihundert.Freilich genug und übergenug, oder vielmehr viel zu viel, wirdmancher denken, der vielleicht nicht eine derselben kennt oderkennen zu lernen Lust hat. Andere aber werden jene Zahl kleinfinden. Und sie ist es wirklich, wenn man die Menge dergegenwärtig inDeutschland erscheinenden pädagogischen Blätterbetrachtet. Man kann diese nach Dutzenden zählen.

Der pädagogische Tisch ist also gedeckt, die Tafel serviert,Speisen in Hülle und Fülle und von der mannigfaltigsten Artladen zum Genüsse ein. Ich lege hier dem Leser die Speisekarteder deutsch-pädagogischen Tageslitteratur nicht im einzelnen vor;ich setze voraus, daß er sie kenne; ich wünsche nur, daß die Gästezahlreich erscheinen und gesunden Appetit mitbringen. DerHunger würzet das Mahl.

Aber hier hapert es gewaltig. Wie viele von den hundert-tausend deutschen Lehrern lesen Journale pädagogischen Inhaltes?

Wir wollen nicht ungerecht sein, ihre Zahl hat sich seitJahren verdoppelt, vielleicht vervierfacht, wir können solches schonaus der großen Zahl der pädagogischen Zeitschriften erschließen;aberviel" ist ein relativer Begriff; wie verhält sich die Zahlder Lesenden zu der Anzahl aller Lehrer?

Diesteriveg, Ausgew. Schriften. 2. Aufl. IH.

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