dcrn Orten warm deren oft zu viele. Will man dieZünfte nicht schließen, und dadurch das Publikum allemUnheilc des Monopolwcsens Preis geben, so kann jederder die Bedingungen der Zunft erfüllt hat, den Beitrittfodern. Auf diese Weise kann eine Zunft eben so gutsich überfüllen als ein freies Gewerbe. Dies ist nament-lich in Berlin der Fall gewesen, mit den Schneidern,den Schustern, den Seidenwürkeru, Perückcnmachcrnund andern, deren verarmte Meister man häufig als Ge-sellen bei andern Meistern Brod suche» sah. Um diesemUcbcl vorzubcugen gehn nun zwar die Vorschläge gemä-ßigter Zunft-Freunde aus ein Mittelding zwischen ge-schlossenen und freien Zünften. Die Obrigkeit soll bcur-theilen wie viel neue Mitglieder zur Befriedigung dcSBedarfs jederzeit nothwendig sind, und mehren, soll derZutritt nicht gestattet werden. Ein philantropischer Vor-schlag, nur leider nicht ausführbar! Eine solche amtlicheEinwirkung müßte wie leicht einzusebn ist, schon vomLehrling anfaugen. Es müßten die Knaben ausgewähltwerden, denen man das Erlernen eines Handwerks gestat-tete. In diesem zarten Alter lassen sich aber die Fähig-keiten noch nicht beurtheilcn, daher Mißgriffe unvermeid-lich waren. Auch laßt sich unmöglich'voraussehen, wienach 12 Jahren — als so lange die Lehr- und Eiftellen-Zcit ungefähr dauert — das Bedürfnis; sich gestellt ha-ben werde, und wie viel Meister alsdann erforderlichscyn werden. Wen man aber einmal zur Erlernung ei-nes Geschäfts zugelasse» hat, dem kann man hinterherdessen Ausübung unter keinen Umständen ohne die größteHärte verweigern, und so wird man den gesuchten Zweckdoch immer nicht vollständig erreichen. Hieraus wirdzwar entgegnet, man verlange keine mathematische Ge-nauigkeit; auf einige Arbeiter mehr oder weniger kommees ja gdr nicht an; man wolle nur das gar zu großeMißvcrhältniß zwischen Konkurrenz und Nachfrage ver-hüten, und dies solle der pflichtmäßigen Bcurthcilung derOrtsobrigkeitcn mit Zuziehung der verlaßbarsten Gewerks-Mitglieder überlassen seyn. Welch ein weites Feld öff-nete' sich da nicht für Nepotismus und Gevatterschaft!Kann man ernstlich hoffen, in jedem Orte unparteiischeBeamten zu finden, denen man eine solche Arbitrirungmit Sicherheit übertragen könnte, ohne besorgen zu dür-fen, daß sic sic zum Druck des Publikums und zur Be-
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