Dcn Gegnern der Gewerk efreiheit — unter denenRau wegen seiner Mäßigung und großen historischen
Sach-
werbesrciheit treffende Vorwurf, den Unterschied der Stände zu ver-nichten , und identisch mit jenem Eqalitätssystem zu sehn, das mitdem RevvluzivnSprinzip unsrer Tafle aufs innigste verbunden, vorasten dazu gedient Iiat, dcn Bestrebungen der Zeit nach bürgerlicherund politischer Freiheit ihre zerstörende sich in sich selbst vernichtendeRichtung zu ertheilen. Dieser Vorwurf trifft um so härter, als un-leugbar das Prinzip der Monarchie, insbesondre in den christlich-ger-manischen Staaten, mit der Stuscnbildung der Stände aufs innigsteverbünden ist, und die Monarchie eben dadurch ihr cigentlnimliche,eben so erhabene, als wohltüätigc und schöne Bedeutung der höchstenideale» Rcpräsentazio» des Staats und Nazionalorganismus erhal-ten hat.
Daß dieser Vorwurf die Gewcrbefreiheit nicht ungerecht treffe, istetwas, das wohl nicht abzulcuanen ist, auch wie es scheint nichtmehr abgelcugnet, vielmehr der Geweröesreilieit zum Verdienst angc-rechnet wird. Ist doch die Vernichtung des sogenannten Kastenwesenseine der Lieblingsideen des Zeitalters! Die Folge» aber, welche dar-aus für die Grundvestcn der Staaten und Verfassungen hcrvorgchen,wird mau erst dann einsehcn, wenn cs zu spät ist, wenn die Gewcr-bcfreiheit sich in ihrer vollen Konsequenz auSbilden, und ihr cigen-thümlichcs Prinzip, und das Spstem der Gleichheit aus den Kreisendes bürgerlichen Lebens in das höhere Staatslcbcn übertragen will.Hierüber möge» folgende Andeutungen genügen.
Die Grund - und Urform in der sich jeder positive Staat ausbildetund allein ausbildcn kan» und die alle andre Staatsformc» umfaßt,ist die der Aristokratie. Die sogenannte Demokratie ist eben sowie die Monarchie nur eine veränderte Form der Aristokratie, es isteine Bürger - oder Bauern - Aristokratie, wie die Monarchieeine monarchische ist. So war die Demokratie Athens eine Bürger-wie t e der demokratischen Gchweizerkantonc eine Vaucruaristokratie,und es zeigt eine sehr beschränkte Ansicht der Aristokratie, wenn mandieselbe auf die bloße Adelsaristokratie, diel nur eine besvndre Formderselben bildet, cinschränkt. Ist doch schon der allgemeine BegriffBürger ein rein aristokratischer, eine aristokratische Form des Lebensund de« Staats bezeichnender Begriff? —
Der Grund, worauf diese Nothwendigkeit der Aristokratie als derGrundsorm des Staats , beruht, liegt in der Abhängigkeit des menschli-chen Geschlechts von den Naturbedingungen seines Seyns, in jener in-nigen Verbindung, in diese!» sittlicher Organismus mit dem irrdi-schen NaturorqanismuS steht wodurch eine reine Demokratie als einerein geistige Gestaltung des Lebens, in das Reich der Unmöglichkeitversetzt wird und die Aristokratie als unmittelbar durch die eigenthüm-lichc Natur des Lebens selbst gesetzt, erscheint. Wegen dieser Ab-hängigkeit von den Naturbcdingungen des menschlichen Sepns, undder innigen Verbindung des sittlichen und Naturorganismus bildet sichjede Aristokratie in der Form eines aristokratischen Gewerbshstems,de, h. als ein aristokratischer! leine gewisse gewerblich» Sphäre im