Vorurtheil, das selbst die spateren veränderten Umstandenicht ganz vertilgen konnten.
Mit dem Jahre i8iz lvsctcn sich zwar Preußens po-litische Bande; allein der blutige Krieg der sich nun ent-spann war wenig geeignet das Gewerbe zu beben; auchfehlte es an Händen, da die arbeitsfähigen die Waffenergriffen hatten. Nur da wo Bannrcchtc das Gewerbebisher gewaltsam unter dem Bedürfnisse zurückgchaltcnhatten, als bei Brauereien, Branntwein-Brennereienund Mühlen, zeigten sich schon damals einige gute Fol-gen der Gewerbcfrcihcit; im Allgemeinen aber bewirktesic wahrend der ersten fünf Jahre ihrer Dauer nicht nurkeine Vermehrung oder wohl gar Ucberfüllung in den Ge-werben, sondern die, behufs der Steuer aufgenommcncnRollen ergeben vielmehr in der Periode von iZn bis ein-schließlich 1815 eine allmählige Verminderung der Arbeiter-zahl. In dem alten Thcilc der Monarchie, wie sic durchden Tilsiter Frieden begränzt ward, gab es bei einer Volk-zahl von nicht ganz fünf Millionen Seelen, an steuerpflich-tigen Gewerbtreibcndcn
Im Jahre i 8 r 4 286,100.
— — 18 ?-? 26Z,2ZO.
— — i 84 L 248,762.
-- — i8i-§ 242,791.
Mit dem Jahre 1816 wurde das altländische Gewerb-Steuergcsctz auf mehre der angrenzenden neuen Provinzenausgedehnt, namentlich auf die Altmark, das Magdcburg-sche, Mannsfcldschc, den Saalkrcis, Erfurt und das Groß-hcrzogthum Posen. Von da an umfassen die AufnabmerRollen eine Bevölkerung von ungefähr 64 Million Seelen,und weisen folgende Zahl von steuerpflichtigen Arbeiternnach:
Im Jahre 1816 344,831.
— — 1817 362,037.
— — 1818 375,599-
— — 1819 387,047-
— — 1820 392,466.
Man sieht hieraus, daß das Gewerbe in der letzteren Pe-riode ziemlich in demselben Verhältnisse wieder gestiegen ist,als es in der ersteren abgcnommen hatte; und beide Erschei-nungen erklären sich zu natürlich aus den veränderten Zcit-umftändcn, als daß man den Grund davon in der Gewerbe-Freiheit suchen dürfte, deren Grundsätze übrigens unverän-
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