Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
224
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schnittpreise nach Einführung der Gewerbefrcihcit sich mitdenen vor jener Epoche vollkommen balanciren, und wenngegenwärtig hier »och Taren nach den ehemaligen Grund-sätzen gemacht, und dabei, wie billig, auf die durch denKrieg gesteigerten Lasten des Gcwerbmannes Rücksicht ge-nommen werden sollte, würden sie unstreitig höher ausfal-len, als die Preise sich jetzt in freier Konkurrenz stellen,so daß die Konsumenten in dieser Beziehung nicht den min-desten Grund haben, sich über die Aushebung der Taxen zubeschweren.

Der ungünstige Zeitpunkt in welchem die Gcwerbefrei-hcit bei uns cingesührt ward (1810) hat unstreitig sehr vieldazu beigetragen, die öffentliche Meinung von ihr abzu-wendcn. Damals, und noch lange nachher, schmachteteman unter einem unerhörten Drucke von Außen. DasGewerbe lag an ganz anderen Fesseln danieder als an denendes Zunftzwanges. Verarmung, Mangel an Zutrauen,die Last fremder Truppen, die Seesperre, und vor Allemdie gänzliche Ungewißheit über die Zukunft, hatten denVerkehr fast gänzlich gelahmt. Für die wenige Nachfragewaren die zünftigen Arbeiter schon mehr als hinreichend;eine noch größere Vermehrung konnte zu nichts helfen,hätte sich auch nicht schon der Geldmangel jedem neuenUnternehmen widersctzt, das einen Betriebs-Fond erfor-derte. Unter solchen Umständen konnte die Gcwerbefrei-hcit ihren wohlthätigen Einfluß nicht äußer», sie bliebfast ohne alle Wirkung; aber der ausgesprochene Grund-satz reichte schon hin, um die Gemüther zu entrüsten woaltherkömmliche Vorrechte sich gefährdet sahen. Unzäh-lige Stimmen erhoben sich gegen die Maßregel, fast keineeinzige dafür; selbst die innerlich sich dazu bekannten,mußten schweigen, weil der Erfolg ihre Argumente nochnicht leicht unterstützte und der große Haufe nur nachjenem zu urtheilen pflegt. War aber gar hier oder dortder Preis der Lebensmittel nach Aushebung der Tarenaugenblicklich etwas, gestiegen, was vielleicht in einer Ver-einigung der Gcwerbtreibenden, die noch keine Konkur-renz zu bekämpfen hatten, öfters aber auch nur in an-deren, ganz zufälligen Umständen liegen mochte, so wardvollends über die Gewcrbefreiheit der Stab gebrochen.Man schalt sie eine verderbliche Maßregel, eine he lloseMißgeburt unreifer Theorien, und so gründete sich ein