Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
205
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werbe zu treiben, die vorher ganz davon ausgeschloßen wa-ren; allerdings wurde manches Kapital ins Gewerbe ge-steckt, daö bisher schlechter benutzt war; allerdings offen-barte sich besonders im Vertriebe der Erzeugniße außeror-dentliche Lebendigkeit, indem die Nachfrage der Höcker unddaS Anbieten der Hausirer kein Ende nahm. Nichts destoweniger ergab sich in der Totalität kein Steigen des Ein-kommens vom Gewerbe, und keine Aufnahme desselbenja ^uali und in csusuro. Im Gegenthcil wurde dieKlage immer lauter, daß die rechtlichen Leute durch diePfuscher vom Markte verdrängt, die Maaren an Güteauffallend schlechter, und die Stimmen nahrungslos ge-wordener Bürger immer vernehmlicher würden. Da kamnun, wie gewöhnlich, die Theorie hinterdrein, und rief:daS ist ja ganz natürlich; wie kann es nach den Gesetzender Verbindung der einzelnen Thatigkcircn zu einem Gän-zen anders seyn? Die vorher Andre dumm gescholtenhatten, hießen nun oberflächlich. Seit einiger Zeit tra-ten daher wieder mehrere Schriftsteller auf, welche ge-gen die Gewerbefreihcit eifern, und die Wiederherstellungder Zünfte anrathen, theils aus theoretischen Gründen,thcilö gestützt auf die Erfahrung und auf die Beobach-tung der Folgen der Gewcrbcfreiheit. Daß die meistenvon diesen nun wieder mehr oder weniger ins entgegen-gesetzte Ertrcm verfallen, bringt nachdem, im Eingängeerwähnten Gesetze schon die Sache mit sich. Selbst wennsic, wie unser Vcrf. das: iVlerUuna revuers besri!zum Motto nehmen, ist cs schwer der natürlichen Rich-tung mit immer gleicher Besonnenheit zu widerstehen undnicht von der Mittelstraße abzuwcichcn. Wir wollen des-halb auch dem Vf. nicht zürnen, sondern vielmehr dasrecht viele Gute, das er unS gegeben hat, mit herzlichemDanke annehmen; aber mit Aufmerksamkeit dasjenige be-seitigen, was bei strengerer Prüfung als des Guten zuviel befunden wird.

Der Vf. gehört zu denen, die von dem Standpunkteder Erfahrung ausgchen und dann auf die Ursachen zu-rückschlicßen. Sein individueller Standpunkt im Staateist von der Art, daß er recht viele und gute Erfahrun-gen hat machen können. Daß er weit weniger einzelneLhatsachen, als vielmehr die Resultate seiner Erfahrun-gen vorlegt, ist sehr zu billigen, die einzelnen Betrachtrungen sind recht gut an den Hauptzweck der Zünfte