Offen und unumwunden sprechen Sic diese Grund-anschauung der modernen Zeit in Ihrer Argumenta-zion sür die Gewerbefreiheit aus, indem Sie nicht dieIdee eines großen das ganze menschliche Daseyn umfassen-den Ganzen, sondern den subjektiven Egoismus als deneinzigen und eigenthümlichcn Regulator der gewerblichenVerhältnisse anerkennen, und letztem dadurch zum Herrnund Wcltrcgierer im wörtlichen Leben — (denn welchenBegriff Sie auch mit dem Worte „Gewerbe" zu verbindenso frei scyn mögen, mehr oder weniger wird doch das ei-gentliche , würkliche, physisch-irdische Leben der einzelnenMenschen wie das des Menschengeschlechts von den gewerbli-chen Verhältnissen umfaßt und bestimmt,) — einsetzcn, denhöher» idealen Prinzipien des menschlichen Lebens aberihre Rechte im idealen Reiche jenseits des Mondes Vorbe-halten. Gleich jenen alten mystischen Sekten, die bei ih-rer geistigen Schwelgerei zugleich den ärgsten und unnatür-lichsten sinnlichen Lüsten fröhnten, weil nur der himmlischeGeist, nicht aber der thicrischc Körper sündige und als die Erb-sünde dem Teufel von Rechtswegen verfallen sey, stöhnt unsresich in den geistigen Regionen überfliegende Zeit den niedrig-sten selbstischen Lüsten und übcrgicbt, einer leeren imbloßen Wissen und Erkennen sich verlierenden Vergeistigungnachjagend, nach einer gleichen Argumentazion, nach dem-selben, nur verändert dargestellten Jdeengange, nach demjene alten Mystiker den sinnlichen Körper dem Teufelübergaben, den eigentlichen Körper des menschlichen Le-bens dem Gctrcibe der niedrigsten Selbstsucht und räumtmit ihm das ganze würkliche Leben dem Teufel alseigenthümlicheS Gebiet ein: oder Ware der Teufel
etwas anders, als die personifizirte in ihrer vollenKonsequenz ausgebildete subjektive Selbstsucht?'. —Wenn Sie diese Grundanschauung der Zeit in IhrerVertheidigung der Gewerbefreiheit aussprechen, so magich solches keineSwegeS tadeln, nur aber in Beziehungauf letztere Ihnen folgendes bemerken: — Der Begriff
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