Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
184
Einzelbild herunterladen
 

l84

sich als dm Gott derErde, und nicht als dm höchsten Reprä-sentanten des durch das ganze Erdenlebcn waltenden Göttli-chen zu betrachten, als die eine große Haupt- und Urvcr-irrung, die allen übrigen geistigen Verirrungen zumGrunde liegt, gehen. Schon die mosaische Sage bezeichnetsie uns als solche, sie an den ersten Fehltritt unsrer Ur-eltcrn, und an den Genuß der dem Menschen verbotene»Früchte vom Baume geistigen Erkenntnisses knüpfend.Wie sie mithin schon im Urbcginn die innrc Harmonie desLebens vernichtete, so geht sic als feststehender Typus durchdie ganze an Verirrungen so reiche Geschichte des menschli-chen Geistes, sich in den mannichfaltigsten Formen auspra-gend als das eigentliche Grundprinzip geistigen Jrrthums,hindurch. ES ist ein und derselbe geistige Hochmut!), derdie ersten Engel in den Abgrund stürzte, die sich nicht alsGlieder des großen Ganzen, sondern nur als Selbstherrscheranerkennen wollten; der die ersten Eltern des Menschen-geschlechts aus dem Paradiese vertrieb, denen ihre indivi-duelle, ihnen durch die göttliche Wcltordnung angewie-sene Natursphare nicht genügte, und die, ihre ihnen vonder Natur angewiesene Schranken überschreitend, einehöhere ihnen durch die eigenthümliche Natur ihres Dascynsund ihrer Bestimmung versagte Sphäre zu erreichen streb-ten; und der in mannichfaltigcn Formen durch die ganzeGeschichte als böser, den Menschen aus seinen Schranken rei-ßender, ihn in ein Labyrinth geistiger, keinen Ausweg dar-bietendcr Verirrungen führender, Dämon schreitend, in unsrerZeit den höchsten Gipfel menschlicher Verblendung erreichthat und als Kosmopolitismus gestaltet, der göttlichen Welt-regierung die Zügel zu entreißen und dem subjektiven Men-schenverstände zu übergeben strebt.

Sobald sich der menschliche Geist als einig göttlichesaus dem das ganze Weltall durchdringenden, ihn selbst alsEinzelnes im Ganzen umfaßcnden göttlichen Leben heraus zuscheiden sucht, sieht er sich vereinzelt im Leben hingestcllt,entweder als bedeutungslose Form, oder als dessen Herrscher: