K,
und verdorbenen Volke und Staate dagegen ist die Behaup-tung seiner Individualität der Sannnel- und Mittelpunkt,der eigentlichste und innerste Hort seines ganzen Volksle-bens. Ueberall offenbart sich in jedem des Volksnamenswürdigen Volke ein Streben, sein individuelles Scyn mitseinem ganzen Dascyn zu behaupten, überall ein Straubenmit allen seinen Kräften gegen jede Verschmelzung in einegrößere Einheit, und das Schönste, was die Geschichteaufzuwciscn, diejenige» Momente, wo sich die moralischeKraft des Menschen am herrlichsten offenbart, die sind ausdiesem Streben hervorgcgangcn, als sichere Zeichen, wel-ches das ideale Ziel scy, nach dem die Völker zu ringen ha-ben. Soll ich Sie erinnern an so viel Herrliches in derGeschichte, dessen Erzählung in diesen kalten Tagen herz-loser, in eitler Sclbstbcwundcrung sich verlierenden Ver-nünftele! Herz und Gcmüth erfreut und erwärmt! — Sollich Sie erinnern an das, was vor unfern Augen vorgegan-gen und dessen Zeuge wir gewesen sind, und wie die Völkersich in Masse gegen die Erhebung zur Einheit erhoben, ge-gen den großen Kosmopoliten, der das Menschengeschlechtzur Einheit erheben wollte! — So sehr kann vorgefaßte,aus abstrakter Spekulazion hcrvorgegangenc Ansicht überdie täglichsten Erfahrungssätze, über dasjenige selbst täu-schen, was vor unser» leiblichen Augen vorgegangcn ist! —Indessen ist der Grund Ihres Jrrthums, und wasSie zu einer so paradoxen Behauptung vermocht, leichtaufzufindcn. Sie haben schon früher in Ihrer Fehde mitFf'sLe/v/ra/ttL darauf hingedcutct (S. No. 24.
S. Z75. des Kunst - und Wissenschafts-Blatts des Nh. W.Anzeig.), indem Sie sich auf eine Bemerkung Niebuhrsberufen, die eigentliche Tendenz dcö großen Geschichtfor-schcrs aber offenbar verkennen und ein Resultat phi-losophischer Betrachtung der Geschichte zurGrundlage der historischen Politik, der aufdie Geschichte sich gründenden praktischenStaats wisscnsch aast undStaatskunst, machen