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1 (1821)
Entstehung
Seite
175
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wollen *). Eben in der Vermengung dieser beiden gst»zverschiedenen Gesichtspunkte liegt der Hauptgrund der ganz

») In Ihrer Nertheidignng des Bürgerrechts der Mosai te n (wie Siedie Juden zu nennen belieben) gegen L-smlta heißt es,

wie folgt:

Denn da« ist ja eben die herrlich große Idee des Staats, als sol-chen , » in ihm und durch ihn zu einem gemeinsamen Leben in Liebeund Frieden geeinigt werde, was außer ihm feindselig sich gegenübergestanden, ja wohl gar beharrlich sich abgcstoßcn. Diese Idee aberist eben nichts weiter, als die geschichtliche: denn das Leben grade derGeschichte charakterisier sich durch das Bestreben, in der Mischung derverschiedensten Völkcrstäniinc die ursprüngliche Einseitigkeit und Be-schränktheit jeder Natur auszuheben, durch die Einigung aber des Ent-gegengesetzten in der Einheit die größte Mannichfalrigkcit zu erreichen,auf solche Weise den Sieg feiernd , den das Gemüth des Staats davonträgt über wilde Naturgevealt." Darunter iu einer Note stehl:S. Niebubr rbmische Geschichte S. iZ. Die Grnndanschauung desköstlichen Werks!"

Da Sic hierN i cb u b r als Gewährsmann Ihrer kosmopolitischen An-schauung der Geschichte, in der die Auflösung und Mischung uazioncl-ler Lebensformen als die eigentliche Tendenz des historischen Lebenserscheint, anführen, so will ich zur bessern Verständigung, die «»ge-zogene Stelle seiner römischen Geschichte in ihrem Zusammenhang hierrnittheilcn.

»Im Fortgang der Begebenheiten »heißt es am angeführte» Orte,"»da Roms Eroberungen in einen Körper verwuchsen , verliert die Ge-schichte gänzlich das moralische und poetische Interesse der früherenJahrhunderte, welches schon längst durch Zerrüttungen und Gräuel,und das Absterben aller einheimischen Tugenden getrübt war. ESscheint der Gang der Weltgeschichte zu seyn, daß Eroberungen undvielfache Vermischung die ursprünglich zahllosen Stämme in einanderschmelzen, und die, welche dieser Verschmelzung unfähig sind, austil-gen; und dies hat die Rbmische Herrschaft in einem größer» Maaßund Umkreise, als irgend eine andre große Weltrevoluzio», selbst aisdie arabische, bewirkt. Selten wird bei dieser Vermischung für ein-zelne Völker Gewinn seyn; einige verlieren nnersetzharen Besitz eineredel» einheimischen Bildung, Wissenschaft und Literatur; schwerlichersetzt auch ungebildeteren Völkern eine feinere, doch auch sonst, weunsie ihrer Natur angemessen war, nicht unerreichbare Kultur die Ein-buße ihrer ursprünglichen Sprache, und mit ilir eigentbümlicher Sin-nesart, einer Landcsgeschichtc und ererbter Gesetze. Diesen Verlustempfanden zuerst die Provinzialen, aber indem Roms und ItaliensBevölkerung sich aus ihnen und aus Freygclasscncn erneuerte, büßteRom in gleichem Maaße: seine Vorzeit und ihre Geschichte ward ihmso fremd, daß schon im dritten Jahrhundert unsrer Zeitrechnung eindemüthiger Lobredner ohne Furcht zn beleidigen zweifeln konnte, obsein von ihm dem großen Scipio verglichener Herr vom hannidalische»Kriege wisse: daß Valens dem Eulropius auftrug, ihm eine dürftigelicbcrsicht der Geschichte zu schreiben, weil sie ihm ganz unbekanntwar. Doch aber, wie Vieles auch die Nbiyisch, Herrschaft zertrete»