bührt, und ihn zum Theilnehmcr an der göttlichen Welt-regicrung zu machen.
Um sich dieses zu verdecken, haken Sie den Völkernein Streben nach einer Idee geliehen, die bloö in Ihrensubjektiven Ansichten liegt. Nicht leicht kann wirklicheine sonderbarere und stärkere Behauptung ausgestelltwerden, als die, daß sich der Kosmvpolitismus „in demidealen Streben der Völker, das Menschengeschlecht zurEinheit zu erheben" offenbare.
Es kann schon an sich höchst zweifelhaft scyn, ob eSwirklich in der Idee des Menschengeschlechts liege, jemalszu einer politischen Einheit erhoben zu werden. Die Naturunserer Erdoberfläche mit ihren gewaltigen Völker - undLanderscheidcn streitet dagegen, noch mehr der Gang derGeschichte selbst. Selbst der oberflächliche Beobachter kanndas wunderbare Eingreifen einer höhcrn Weltordnung, denFinger Gottes in jenen Augenblicken der Weltgeschichtenicht verkennen, wo das Menschengeschlecht auf den Punktstand, in eine politische Einheit, wenigstens auf kurze Zeit,vereinigt zu werden. Der frühe Tod Aleranders mitten imGenuß seiner Siege, der Mord Cäsars, der Untergang vonVarus Legionen, wie der Napoleons i» Rußland, sindsolche Momente, wo wir nicht Menschcnleitung, nichtblinden Zufall, sondern eine höhere Leitung Gottes erken-nen. Sic können uns als Zeichen dienen, daß cs nochnicht im Plane der Vorsehung lag, das Menschengeschlechtzur Einheit zu erheben! —- Mag indessen dasselbe wirklichbestimmt scyn, einst, vielleicht ain Ende seiner Tage, zueiner solchen Einheit zu gelangen, so liegt dies im Rath-schlusse des über den Gang der Weltgeschichte und über dieSchicksale des Menschengeschlechts waltenden Gottes, dervon selbst den Zeitpunkt hcrhciführcn wird, wo eine solcheEinheit möglich, vielleicht auch wohlthätig wird. WirMenschen aber, wir sehen hier nirgend eine Einheit des ge-summten Menschengeschlechts, wir sehen hier Völker,Staaten,, durch Natur, durch Bildung von einander gc-