er ist nur in sofern Bürger, als er eine positiveWirkungssphäre auSzufüllcn vermag; denn nie und nir-gends hat man die negativen Glieder der Gemeinden, dieWeiber und Kinder, die Hcimath- und EigcnthumSloscn,und daS Crcthi und Plethi mit dem Titel Bürger be-ehrt. Weltbürger würde mithin ein menschliches In-dividuum als positives Gssed des großen WeltstaatcS,des Reiches Gottes, dessen Wirkungssphäre mithin nichtdurch die eigcnthümliche Natur irgend eines besonder»Gcmcindcwesens oder Staates, sondern blos durch diedes Universums selbst beschrankt wäre, und das mitSelbsibcwustscyn und eigner Willenskraft in die Wechsel-wirkungen seines Ganzen cinzugreifen vermöchte, bezeich-nen. Welch menschliches Individuum vermöchte aberwohl ein solcher Weltbürger zu sepn? Außer demlieben Herrgott selbst kennen wir wenigstens, wofern Sienicht die olympischen Götter in ihre Rechte wieder cin-setzcn, keinen solchen Kosmopoliten. — Weltbür-gerthum wäre mithin em menschliches Weltregi-mcnt, ein Streben, den Menschen an die Stelle Gotteszu setzen und die Welt nicht nach den in der Natur undGeschichte waltenden Gesetzen der göttlichen Weltordnung,sondern nach menschlichen subjektiven Vcrstandesansichtenumzubilden!!! — Und dies ist auch der wahre Begriffvom Kosmopolitismus, einer Mißgeburt des modernensubjektiven Vcrstandeshochmuths, der sich selbst als gött-lichen Weltverstand setzt, und in seinen subjektiven Vcr-standcsgesctzen das göttliche Weltgesctz erfaßt zu habenmeint.
Mögen Sie auch den Begriff Welt dem Sprachge-brauchc gemäß blos auf diese Erde beschränken, so wirddadurch im wesentlichen nichts verändert. Der BegriffBürger setzt nothwendig eine Beziehung zum Staatevoraus, und ein Weltbürger kann ahne einen Weltstaatnicht gedacht werden. Einen solchen Weltstaat zeigt unsaber weder die Geschichte noch die Erfahrungswelt, or