Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
167
Einzelbild herunterladen
 

da die Natur brr Dinge und des Menschen ewig dieselbebleiben und tausende von Nazionalitätcn in ihrer mehr tau-sendjährigen Entwickelung in den Darstellungen der Ge-schichte vor uns liegen? i

Den entscheidenden Einfluß der Gewerbe auf dieBildung der Nazionalvcrfaffungen, des NazionallcbenS undauf den Charakter der Völker hat schon Hüllmann (imFache gelehrter kritisch-historischer Forschung eine klas-sische Autorität) bemerkt. Auch gehört nur wenig Ve-obachtungsgcist dazu, um selbst im gemeinen Leben denBeweis davon zu finden. Nicht blos die Gewerbe, son'dcrn selbst die verschiedenen Gestaltungen der Art ihres Be-triebes drücken sich charakteristisch selbst im Acußcrn derMenschen auS. Wie charakteristisch verschieden ist nichtunser Bauer von unserm Bürger. Nicht blos die Lebens-art, selbst der Jdeenkrcis beider sind wesentlich von einan-der unterschieden. Wie unterscheiden sich nicht die verschie-denen Klaffen der Handwerker! Auf den ersten Blick kön-nen Sie einen Schneider, einen Leineweber re. von einemFleischer, von einem Grobschmidt re. unterscheiden, und esgehört eben nicht viel Scharfblick dazu, um die Art des Ge-werbes an einer gewissen äußern Physiognomik zu erken-nen. So stark prägt das Gewerbe, selbst unter den Rei-bungen eines viclgcglicderten Lebens und unter dem Ein-fluß der modernen Kulturdie alle Welt beleckt, selbstauf den Teufel sich erstreckt" das Charakteristische der Men-schen im Leben aus. Welch einen Einfluß muß dasselbe da-her da üben, wo cs mit seiner ganzen, durch keine äußereEinwirkungen gestörten Kraft wirken kann? Denken Sidsich als Beispiel ein Volk von Schneidern, und ein andresvon Fleischern re., wie verschieden müßten diese einan-der gcgcuüberstchcn? wie ganz anders müßte sich ihrLeben, wie ganz anders ihr Charakter in der Geschichte ent-wickeln, selbst dann, wenn sie eines und desselben Stam-mes, ein und denselben Boden bewohnten! Sic sehenhieraus, wie cs recht gut gelingen kann, auch daswas