Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
155
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Es werbenso scheint cs »ür und Malthus meintes auch stets so viele Menschen daseyn und nicht meh-rere, als sich ernähren, kleiden und erwärmen können.Und es wird offenbar den Menschen dadurch leichter, sich zukleiden, daß man mit tsdtcn Kräften Wolle, Baumwolleund Linnen zu spinnen gelernt hat. Die ersparte Zeit istreiner Gewinn für die Menschheit, besonders wenn solchezur Erzeugung mehrerer Nahrungsstyffc oder zur Veredlungdes Geistes benutzt wird.

Wer kann ein Nebel darin sehen, daß Tausende nichtmehr am Wollen- Baumwollen- und Garnspinnrade ver-kümmern? Leben werden sie doch, so lange nicht wenigerLebensmittel erzeugt werden denn die, welche in derenBesitze sind, werden den Thcil, welchen sic nicht selbstbrauchen, weil er ihnen sonst völlig nutzlos wäre, immerandere für irgcnds ihnen nützliche oder angenehme Leistun-gen abzutrctcn geneigt seyn.

Es ist ein gar- sonderbarer Jrrthum, das Leben desMenschen davon abhängig zu glauben, daß er spinne.

In dieser oder jener Stadt mögen freilich Menschenhungern, welche ehemals gesponnen haben, aber was ent-scheidet dies? Die augenblickliche Verlegenheit entstehtdaher, daß diese Mensche» sich in einer Ocrtlichkeit befin-den, wo man gerade weniger Menschen braucht, und weilsie nur spinnen gelernt haben, und sich in andere Erwcrb-zwcigc nicht schicken können.

Der Satyrikcr mag immer, um sich über die Ten-denz unserer Zeit zu Maschinen lustig zu machen, den Acker-knecht mit eine», künstlichen, von Dampf bewegten Pferdepflügen und den Horaz, indem ihn die todtc Kraft mitbe-wegt, gemächlich lesen lassen.

Das liest sich gut, und man wird auch wohl lachendan die Gränzen erinnert, welche die menschliche Erfin-dungskraft seither vergebens zu überschreiten versuchthat.