bringen, unsere Zollstadtc müßten sogar sehr redlich bedientscyn, wenn nicht selbst fremde Linnen auf deutschen Mark-ten erscheinen sollten — und wie konnte der deutsche Wohl-stand unter diesen Umstanden bestehen? Das Spinnrad,welches für feinere Sorten vielleicht noch sein Recht sonstbehaupten dürste, möchte dann wohl eher ganz verdrängtwerden. Jur Schau cs da stehen lasten, wie etwa diealtdeutsche Tracht, die zuweilen itzt bei uns sehr undculscheGesinnungen deckt, wäre das wahrer deutscher Sinn? —und lobcnSwcrthe Häuslichkeit?
Sinnig alles fördern, was den Menschen im Allge-meinen frommt und sittig und mit Verstände alles dasthun, was unser eigenes und des Nachbars Wohl und Bcs-serscyn vermehrt, Mäßigkeit im Genießen und im Wün-schen, Beharrlichkeit im Ausführen, das sey des Deut-schen Gemächlichkeit — und die deutschen Frauen dürftenauch ohne Spinnrad recht wohl häuslich, fleißig und bravsehn können. Diese Gemächlichkeit, welche sich in die Zeitund die Verhältnisse schickt, ist cs, die ich mir lobe, undgern erkenne ich eS für Verdienst an, in unserer Zeit dazuzu mahnen.
Sic ist leider zu geneigt zu den übertriebensten Gegen-sätzen aller Art, und in Alles Acußcrste zerworfen. System-sucht und zugleich Leichtsinn zerstören die regsten Keimezum Guten. Beim Ucbcrgahrcn der Gemächer, und daAlles nach Höhcrm strebt, wird das Gute, des ungewissenBessern wegen, gedankenlos zertreten, im bürgerlichenLeben ist alles in feindlicher Spannung, und im Häusli-chen wird des gerechten Maaßcs zu oft vergessen. Es istallerdings zu wünschen, daß ruhige Klugheit uns dieSchranken zeige, worin jeder sich mit Zuversicht bewegenmag, ohne andere und für sich die Zukunft zu stören.
Aber schwerlich möchte cs zu irgend etwas frommenund nur ganz vergeblich versucht werden, der menschlichenErfindungskraft Schranken zu setzen.