Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
152
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nicht mehr umlauft? Wie um so viel schlechter würde csum die Balanzc manchen Haushaltes aussehcn, wenn csnoch schnurrte, und übrigens der übliche Staat getriebenwerden sollte?

Das zu Wünschende ist also wohl nicht, daß unsereMädchen wieder spinnen, sondern daß sich die Neigungzum Gleichthun mit Reichen und das Heraufdrängcn zudem Scheine eines böhcrn Standes, kurz der den Mittelnnicht entsprechende Aufwand vermindern möchte. Dassind aber schon alte, gute und fromme Wünsche, denennur die Menschen so recht nicht Nachkommen wollen. Wir,der Herr Verfasser und ich, denn gern bekenne ich mich hierzu seinen Gesinnungen, werden cs wohl mit aller unsererGemächlichkeit schwerlich andern, und andere möchtenwohl gar das, was wir wünschen, für schädlich halten.

Ich thuc cs nicht, meine vielmehr, eine sparsame undhaushälterische Nazion werde stets damit endigen, den grö-ßcrn Aufwand zu machen, ohne darum gerade weniger spar-sam zu bleiben.

In so weit Ware ich mit dem Herrn Verfasser eins.Nur das kann ich nicht zugcben, daß cs wohl gethan scynwürde, etwas aus Gemüthlichkeit fortwährend zu thun,das vorthcilhaft zu seyn auf, ebwt hat. Die alten gutenSitten zu lieben, ist recht, auch verdienen die altsittigcndeutschen »Mädchen, die der Zukunft eingedenk, um ihremKünftigen die nöthigc Leinwand zuzubringen, das Rädchenfleißig drehen, gewiß mehr Achtung, als die modischgc-sinnten, die, der Eitelkeit fröhnend, weniger an die Zu-kunft, als an die Zukünftigen denke».

Aber immer mögen die durch- und crlauchtigcn Da-men in Wien und in andern Hauptstädten Borten zupfen,um sich die Zeit zu vertreiben, die Mode mitzumachen, undum, wo eS nöthig, den Schein der Fassung besser zu be-haupten daß aber unsere Mädchen des Mittel-, geschweigedes niedern Standes, ihre Zeit an Faden verlieren sollen.