moralischcWürdigung Aller, von Einem ausgehend, unmög-lich ist. Die Moral kann daher das Prinzip für unsereStaatseinrichtungen nicht abgcben, weil, ganz verschiedenaufgefaßt und verstanden, so viele einzelne Prinzipc alsStandpunkte der Beurtheilcndcn vorhanden scyn würden:das Recht ist folglich das einzig Bleibende, worauf dasStaatsgebaudc gegründet werden kann, und Sicherung derRechte und besonders des ursprünglichsten und unveräußer-lichsten aller Rechte, des Rechtes auf möglichst freie Ent-wickelung jeder Kraft, kann nur das Prinzip jedes Staats-verbandcs styn. Jur Erreichung des Ziels muß zwarManches aufgcopfert werden, aber dies muß gleichförmigund nur in soweit geschehen, als cs zu ganz allgemeinenZwecken dringend nöthig ist. Es bedarf nur der Hin-wcgraumung von Hindernissen und des Verhütcns vonStörungen, um der freien Gcistcsthatigkcit Gelegenheitzu geben, sich zu entwickeln und nach Vollkommenheit zustreben. Inden, der Staat allgemein wissenschaftliche In-stitute schützt und die Volksbildung in den Schulen beför-dert, berührt er schon die Granzen, welche er nicht über-schreiten darf. Blos von der einseitig aufgefaßten Ideedes sogenannten Nützlichen sich leiten zu lassen, darf aberdem staatswirthschaftlichen Gesetzgeber nicht in den Sinnkommen, weil er es nur mit Rechten und deren Siche-rung zu thun hat.
Ich gebe zu, daß nicht immer nach diesem Prinzipeverfahren worden ist, unbewußt hat man ihm aber dochgrößtcnrbeils immer gehuldiget, und wenn gleich allge-mein gültige Wahrheiten der moralischen Welt ihre Be-gründung nicht in der Geschichte zu suchen brauchen, sowird es doch hier nicht schwer fallen, auch in dieser dieBestätigung des Gesagten zu finden; nur müssen wir denZeitpunkt der wahren Blüthe der Staaten der Vorzeitaufzufaffcn wissen, nur müssen wir bedenken, daß ein,zur Ehre der neuern Zeit gänzlich verbanntes Institut,die Sklaverei und die Herabwürdigung der Menschen zu