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1 (1821)
Entstehung
Seite
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brinqcn Sie, glaube ich, die Apologie der Taren nicht zuStande. ES wird darauf ankoinmen, ob Eie noch andereMittel und Wege kenne». Wenn ich nicht zu befürchtenAnlaß, daß das Interesse der Lesewelt erkalte, mochte ichwohl, daß wir'S ehrlich zu Ende brachten *).

Hartman» vom Rheine.

man in ilnn einen tüchtigen inner«, viele Bildungskräfte in sich ver-schließenden und neuer Hcrvorbildung wohl fälligen, Kern noch gesun-de». Die Zünfte waren entartet, wie alles Gcmcindcwcscn in de»letzte» Zeit entartet war, aber das, wodurch sie vorzüglich entarteten,lag nicht in ihnen selbst, sondcrn in äußern Verhältnisse», kam nichtvon innen heraus, sondcrn von oben herab. Fast aller Wechselbeziehun-gen mit dem Staatslebcn entzogen, fast aller Bedeutung ii» Gcmcindc-lebcn beraubt, mußten sie als egoistische Institute in sich selbst erstarrenund ein egoistischer Zunftgeist an die Stelle deS hbhcrn Korporazions-geisteS treten. Dies mußte insbesondere in den Staaten der Fall seyn,wo eine «icchanischc Verwaltungstorm, um den Staat «IS reinenMechanismus verwalten zu können, alles freie selbstständige Gemeinde-Wesen vernichtete und aus bekannten kameralistischcn Rücksichten allebessere Regungen des Zunftgeistes geflissentlich unterdrückte. Wo aberdies nicht der Fall, wo' die Zünfte noch eine Bedeutung im städtischenGcmeindcwescn behaupteten, dort erhielten sic wenigstens noch einegewisse moralische Würde des VürgerstandeS, wovon die letzten Spurenin dem modernen Getreide verloren gehe» müssen.

Ohne Beziehung zu einem Gemcindclebcn muß jede Form des Le-bens im Egoismus erstarren, weil sic eines höher« Zieles des gemein-samen Strebcns ermangelt. Das bedenken viele wvhldenkendc Freundedes Zunftwesens nicht, die tie Zünfte blvs als gewerbliche Formen,nicht als Glieder organischer Gememdeverfaffung wicdcrhersicUcn wolle».In diesem Sinne Möchte die Wiederherstellung der Zünfte wenig, we-nigstens auf die Dauer sruchien; sic werden bald, von dem Gemeiu-dclcben getrennt, in egoistischen Instituten ausarten.

Eni freies Gcmcindclebcn, Theiinahme an dem Oefscntlichcn, dasist der aufregende Geist, der das Leben bewegt, daß cs nicht in egoisti-scher Fäulniß sich auflvse. Eben das ist daher die Haupttendenz desZunftwesens, daß eS jedem Gcwcrbtrcibenden eine verhältnißmäßigeThcilnalnne am dem Gemeinwesen und an dem öffentlichen Leben ge-währ» und seine natürliche selbstische Wirkungssphäre mit einer denhöher» Idealen zustrcbcnden innig verbindet. Nur in Verbindung mitder nur zu notlnvendigen Reorganisazion des Gemeindewcsens solltedaher die Reorganisazion des Zunftwesens begonnen werden, und nurvorzugsweise in dieser Verbindung ist es, daß wir als Verfechter des-selben ausgetreten. Der Herausgeber.

*) Wofern nicht neue Streitkräftc gegen uns ins Feld rücken, denkenwir den gegen die Taren erhobenen Krieg durch vorstehende Gegenbe-merkungen vorläufig niedergeicgt zu haben. Die anrern höher» zwk.

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