Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
84
Einzelbild herunterladen
 

ricn unmittelbaren Gewinns, der Begriff der Handwcrks-und Bürgerchre fallt bei ihm weg, er kennt nicht dieGrundsätze eines soliden, auf die Dauer berechneten Ver-kehrs, und kannte er sie, so kann er einzeln stehend undnicht durch Verbindung in einer nach gleichen Grundsätzenhandelnden Korporazion gestärkt sic nicht befolge»; mußda nicht das Streben in ihm vorherrschend werden, durchden äußern Schein zu bestechen, um durch ihn seiner Waa-rc unmittelbaren Abgang zu verschaffen? Und muß die-ses Streben nicht auf den Charakter zurück wirken, ihnbetrügerisch machen und bctrüglichc Grundsätze ihm ein-pflanzen? Wir können uns hievon nicht besser überzeugen,als wenn wir den deutschen Hausircr (gleichviel ob Judeoder Christ) betrachten, der sein Gewerbe auf gleiche Artwie der Russe betreibt, und der an Betrüglichkeit gewißdem russischen Handwerker nichts nachgiebt, und ihn an inne-rer Schlechtigkeit wohl übertrifft: Man beobachte nur denallgemeinen Gang der deutschen Gewerbe seit jener Zeit, wodieselben Grundsätze die in der gewerblichen Organisaziondes russischen Handwerksstandcs obwalten, bey uns herr-schend geworden, und wie sich derselbe vor unfern Augenimmer mehr entwickelt, wie Mangel an innerer Solidität,Streben nach äußern Schein, und Verfälschungen allerArt immer mehr überhand nehmen, und dagegen die alteEhrenhaftigkeit und Ehrcnvcstigkeit unsers gewerbtreiben-dcn Bürgerstandes immer mehr verschwindet, um sich zuüberzeugen, daß gleiche Ursachen gleiche Folgen nach sichziehen und cinzusehen, daß die innere Solidität undTüchtigkeit unsers Mittelstandes und seine bürgerlicheEhrenhaftigkeit nicht bloße Folge des deutschen Nazional-CharakterS ist, sondern aus jener alten die Handwerks-und Bürgerehre und einen soliden Bürgerstand begründen-den gewerblichen Organisazion bervorgegangcn, ein Pro-dukt jener Zünfte und Innungen ist, aus die die anma-ßungsvolle Asterweishcit unsrer Tage so verächtlich her--absieht.