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1 (1821)
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gmblickS. es gewährt, von ihr aus die Nachbarn zu über-fallen, und die Reisenden zu brandschatzen, oder mit an-dern Worten seine Mitbürger da zu prellen, wo er sieprellen kann?!

Zum Schlüße noch folgende Betrachtung. InRußland leben in den größer» Städten russische unddeutsche Handwerker untereinander gemischt. Der Deut-sche im zünftigen Verband und unter deutscher Junftver-fassung; der Russe in völliger Gewcrbefreiheit, dasjenigeGewerbe treibend was er will, und wie er es will. Diemechanische Fertigkeit und Gelehrigkeit der Rußen ist be-kannt, der unzünftige russische Handwerker arbeitet wie einPariser, leicht, elegant, durch äußern Schein anlockendund bestechend und zugleich außerordentlich wohlfeil.Der zünftige deutsche Handwerker arbeitet schwerfälliger,weniger elegant, weniger in die Augen fallend, und da-hci ohne Vergleich thcurer. Dcmungeachtet findet seineArbeit Käufer weil sie solide ist und der Käufer gegen Bc-krüg gesichert, wahrend die Arbeit deö Russen nur zu oftbetrüglich ist *).

Bekannt ist cs, und selbst von den entschiedenen Lob-rednern Rußlands und her Russen (z. B. von Storch)einqcstandcn, daß der gemeine russische Handwerker undKaufmann im hohen Grade betrügerisch ist und an List,Schlauheit und betrüglichcr Gewandtheit kau,n von denChinesen übertroffen wird. Worin liegt das? Etwa imrussischen Nazionalcharakter? Das hieße ein hartesUrthcil über den Charakter eines ganzen großen Volkesfallen, dem selbst seine Feinde viele sehr lobenswürdigeEigenschaften nicht abstreiten! Offenbar liegt eg alleinin der Art des GewerbbctricbcS. Der russische Handwer-ker arbeitet für den Einzelvcrkehr und Einzelvcrkauf, undfür den Gewinn des Augenblicks, ihm schwebt kein an-dres Ziel, und kein andres Gesetz vor, als daö des rei-

») Es soll z. V. oben nicht selten seyn, daß mau vom russischen Schusterein paar libchst elegante Stiefel kauft, unter dem bei genauerer An-sicht die Solile geleimt, siatt genälit ist. L 2