Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
58
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aus ibnen hcrvorgegangcn. Jetzt, nachdem ein halbesMcnschenalter verflossen, ganze Generazioncn zu Grundegega>igen, und auf dem Schlachtfeldc oder dem Blutgerüstesich dem Streben des Zeitalters geopfert haben, jetzt ge-ziemt es wohl, zu fragen; Was ist dcrjLohn dieser An-strengungen? Und sind diese papicrnen, von jedem Jeit-lüftchen bewegten und in den Zeitstrom hinabgeführtcn,Konstituzionen wohl ein Preis, so vieler Mühen, so vielenvergossenen Blutes und des geopferten Glückes ganzer Ge-schlechter werth? Dreißig Jahre hindurch haben wir mitnamenloser Ausdauer nach Freiheit gerungen, dreißig Jahrehindurch mit allen unfern Kräften nach Bildung einer Ver-fassung gestrebt, und wo sehen wir denn eine Verfassungdie in sich selbstständig, in sich ein innres Leben tragend, insich das Unterpfand ihrer Dauer und einer stillen, ruhigcn,in sich selbst genügsamen Freiheit trüge? wo sehen wirnur die Keime einer solchen aus dem mit den Trümmerndes Altcrthums und mit dem Blute ganzer Geschlechtergedüngten Boden cmporsproffcn? Dder soll das Zeitalterverdammt seyn, im ewigen Erpcrimentiren seine edelstenKräfte zu vergeuden?

Wer die Erscheinungen der Zeit nur im allgemeinenbeobachtet, möchte leicht an dem Zeitalter und an der in-ner« Wahrheit der ihm vorschwebenden Aufgabe verzwei-feln; wer aber sich selbst die große Aufgabe des Zeitalterszur Lösung vorgelegt, das Zeitalter in seinem Zusammen-hänge mit der -Weltgeschichte ersaßt und den eigenthümli-chcn Gang desselben in Bildung der Verfassungen mit Auf-merksamkeit verfolgt hat, der kann an der inner» Nothwen-digkcit des Strebenö unsrer Zeit nach Bildung einer Ver-fassung eben so wenig zweifeln, als an einem, unsre Zeitbeherrschenden, Grundirrthum, der alle Bestrebungen nachdiesem Ziele in sich selbst vernichte, und der in jenem,ewig in sich selbst zurückkchrcndcn und in sich selbst sich auf-löscndcn, Zirkel führe, in dem jede von der Naturanschau-ung sich entfernende Spekulazion sich nothwcndig verirrt.