künden begründen, und an die Stelle der Religionund der Vaterlandsliebe nur den Egoismus und denaus den, Kampf egoistischer Interessen hervorgehendenPartheigeist als beseelendes Prinzip setzen.
Was kann nach solchen Grundsätzen der individuell?Staat seyn? Welche Bedeutung kann er noch haben? —
Nur als eine zufällige mechanische Form des Lebens,durch welche eine gewisse Masse egoistischer Einzelwesen,die wir Staatsbürger nennen, äußerlich zusammengchaltenund verbunden werden, kann er erscheinen, und nur inso-fern seinen Zweck und Bestimmung erfüllen, als er denegoistischen Interessen dieser egoistischen Einzelwesen ent-spricht. Wo aber ein Interesse zu finden, welches dieseMasse Egoisten dauernd zu binden im Stande? und wel-ches äußere Band kräftig genug, um eine solche in sich ge-trennte Masse im Strome der Zeit zusammenzuhaltcn unddem Andrangc der mächtigsten Leidenschaften des Menschenzu widerstehen? daran habt Ihr nicht gedacht, und glaubt,ein solches Ban3 in papiernen Gesellschafts-Verträgen undin künstlich, wie Rcchenerempel, angefcrtigten Konstitu-zionen zu findest!!!
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Es sind jetzt mehr denn dreißig Jahre, seitdem die ver-einigten Kräfte europäischer Bildung mit aller Anstrengungvergeblich dahin streben, den Völkern dauernde Verfassun-gen und feste bestimmte Gestaltungen ihres Staatslebenszu geben.
Nachdem die Grundsätze germanisch-christlicher Staats-vcrfaffung durch fast anderthalbtauscnd Jahre im Leben ge-waltet, waren mit dein Ende des vergangenen Jahrhundertsihre Formen durch die Dauer einer so langen Zeit, durchden Gang menschlicher Dinge und Verirrungen, insbeson-dere aber durch daS frühe Eindringen fremder, ihre Eigen-thümlichkcit vernichtender römischer Prinzipien, entstellt.