Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
52
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§2

gcn und Konstituzionen im Gegenthcil haben sich eineandre durch inncrn Widerspruch sich selbst vermehrendeAufgabe gestellt; sic suchen den individuellen Staatauf den allgemeinen Begriff des Staats zu gründen,und die ind iv id ue lle Verfassung als eine allgemeineDarstellung des Staatslebens zu bilden, nicht bemerkend,Laß alles Zerstören nichts ist als ein Zurückführcn desIndividuellen zu den» Allgemeinen; und daß, indem sieden individuellen Staat auf allgemeine Grundsätze, aufallgemeine Zwecke zurückzuführcn suchen, sie ihn in derIdee seiner Individualität, seiner Besonderheit und Ei-genheit vernichten und sich in vergeblichen Versuchen ab-mühen, ein individuelles Leben aus dein alle Individua-lität des Lebens Vernichtendem hervorzurufen. Mangelan Individualität, Streben, alle noch bestehenden in-dividuellen, nazionalcn Formen des Lebens durch eine all-gemeine Wellbildung zu vernichten und nach allgemeinenVerstandesanschauungcn umzubildcn, sind cigenthümlichcunleugbare Charakterzüge unsers Zeitalters, welches hie-rin ganz den verdorbcnsten Zeitaltern der Weltgeschichte,wo große Weltmonarchien die Eigcnthümlichkciten derVolker in den todten einförmigen Formen einer allgemei-nen Wcltbildung verwischt hatten, gleicht. Dieser Cha-rakter unsers Zeitalters offenbart sich vorzugsweise in un-fern» Verfafsungs- und Konsiituzionswcsen. Nachdemman alles vernichtet oder untergraben, was den Völkerndas heiligste war, was die Natur und die Geschichte iminnen» Leben der Völker entwickelt hatte, und »voraufdie bestehende Ordnung beruhte, suchte inan eine neueideale Ordnung herbcizuführcn und nicht auf die jedemVolke und jeder Gesetzgebung in der Natur, in der Ge-schichte, in den bestehenden Formen des Lebens gegebenenGrundlagen, sondern auf allgemeine, aus den herrschen-den Zeitsystemen hervorgcgangcne Verstandcsanschauun-gen zu gründen und nach diesen zu bilden, und mithindas Leben nicht auf seine natürlichen, nothwendigen, ihm