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die Wechselwirkungen des Ganzen. Das Streben, ein in-dividuelles Seyn darzustellen, zu behaupten und zu ent-falten, geht daher durch die ganze Natur, .und istwesentlich eins mit dem allen Dingen inwohnenden Er-haltungs- und EntwickelungStrieb, mit dem Streben,ein Glied der Schöpfung seyn und bleiben, und die Je-dem im großen Weltbau angewiesene Sphäre ausfüllenzu wollen.
WaS hier von der physischen Weltordnung, gilt auchvon der moralischen; auch die moralische Weltordnungberuht aus die Wechselwirkung einer endlosen Menge ge-gen einander überstehender physischer, nazionaler, sitt-licher und politischer Individualitäten, und wie die ersteBedingung alles moralischen Schaffens und BildenS dieDarstellung und Behauptung einer moralischen Individu-alität ist, so ist Entwickelung dieser Individualität diehöchste mögliche und erreichbare Aufgabe desselben. Diehöchste Entwickelung unsrer moralischen Individualitätheißt vollständige Ausfüllung der in der moralischenWeltordnung unS angewiesenen Sphäre. WaS über dieseSchranke hinauszustreben sucht, überspannt und vernich-tet durch Ueberspannung sich selbst. Hieraus beruht diegroße Bedeutung der' Nazionalität (nazionalen Individu-alität) der Völker. Sie ist die erste und natürliche Dar-stellung der moralischen Individualität des Menschenge-schlechts, und deswegen die erste und natürliche Grund-lage und das bestimmende Bildungsprinzip der irdischenmoralischen Weltordnung, aus deren Wechselwirkungenunsere ganze Weltgeschichte und unsere ganze sittliche Bil-dung hervorgegangen. Mit andern Worten, die Nazio-nalitat bezeichnet die natürliche, jedem Volke in der mo-ralischen Weltordnung angewiesene Wirkungssphäre. Dar-um ist der jedem noch unverdorbenen Volke inwohnendeNaturtrieb, jenes Streben, seine nazionale Eigenthüm-lichkeit als sein höchstes Heiligthum mit Aufopferung je-des andern zu behaupten, von der höchsten moralischen