Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
49
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Die erste und nothwcndige Bedingung jedes Seynsund Lebens ist Individualität (Eigenheit, Eigcnwe-sc», Eigtnseyn, cigenthümlichc Verschiedenheit) *). Nurwas Individualität besitzt, was etwas Eigenes ist, undals Einzelnes, von den übrigen Dingen charakteristischverschiedenes, im Ganzen besteht, nur das ist (crisiirt);der Wcltkvrpcr, der sich im Weltraum bewegt, wie dieMilbe, welche kaum dem bewaffneten Auge sichtbar, sind(erisiircn) nur, in sofern sie Individualität haben, inso-fern in ihnen eine Kraft vorhanden, durch welche sie alsEinzelnes, von den übrigen Wesen charakteristisch ver-schiedenes, im Ganzen bestehen, und sic werden vernich-tet, sobald sic diese Kraft verlieren, sobald sie aufhörcn,etwas eigenes, besonderes zu seyn, und mit der Vernich-tung ihrer Individualität sich im Allgemeinen, im Welt-all, auflüsen.

Der Begriff der Individualität bezeichnet eigentlich dasallgemeine positive (bestimmende) Bildungsprinzip durchalle Stufen des Weltalls hindurch, »nd umfaßt mithin allebcsvndcrn Bildungöprinzipien durch alle Sphären der physi-schen wie der moralischen Wcltordnung. Die ganze Weltord-nung beruht auf dic Wechselwirkung einer endlose» Mengeeinander gegenüberstehendcr, durch das Ganze, durch dengroßen Bau des Weltalls mit einander verbundener Indivi-dualitäten; nur in sofern etwas individucl ist, nur in so-fern bildet eS ein Glied in der Kette der Wesen, und wie un-bedeutend da's Individuum auch seyn mag, so bildet doch dasunbedeutendste ein eigenthümliches Glied im organischenBauder Schöpfung, und greift als solches eigenthüinlich in

*) Individuum würde wobt a»> testen durch das altdeutsche Sub-stantiv: Eigen vdas), wovon das Wort Eiacn thnm abgeleitet

ist- zu übersetze» sei,». Es bezeichnet ei» abgeschlossenes, in sichselbstständiges Seyn, mithin den positiven Begriff, von dem wasdividuun, negativ ausdrückt. Eigenheit wäre basier wosii der

richtigste Ausdruck säe Individualität.

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