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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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790 Schießpulver.

Dasselbe geschieht entweder a) in Stampfmühlen(Stampfwerken), Wassermühlen, in denen eine hori-zontale Welle mit Daumen in einer Spirallinie durchihre Umdrehung mittels Hebelatten, wie in Ölmüh-len, eine Reihe Stampfen (Batterien, Schllsser) soin Bewegung setzt, daß je zwei od. drei abwechselndgehoben werden und in ein n. dieselbe Grube (Gru-ben-, Trog-, Einsctz-, Anker-, Stampflochmörser)uicderfallen, wodurch die Zerkleinerung der in das-selbe eingesetzten Pulverbestaudthcile bewerkstelligtwird; k>) in Roll- od. Walzwerken. Hier drehen sichans einem Lager od. Bodenstein von etwa 2 m Durch-messer zwei Läufer (Walzenrollen) an einer Achsemittels einer in der Mitte befindlichen verticalcnWelle. Der Bodenstein ist mit einem Kranze ver-sehe», um Las Herabfallen des eingesetzten Materialszu verhindern. Die Form der Länser ist meist cylin-drisch, selten linsenförmig, od. die eines abgekürztenKegels; sie wiegen 2003600 KZ. In ein Rollwerkwerden 12,^ 25 Ic§ zu zerstampfendes Materialeingesetzt. Die Läufer beschreiben in der Minute 8bis 9 Kreise, o) In Pnlverisirtrommeln, die anshohlen Holzcylindern bestehen, welche im Innernmit vorspringenden Leisten versehen und mit Lederüberzogen sind. Sie werden mit der zu pnlverifiren-den Substanz und einer Anzahl Bronzekugeln von8 mm Durchmesser um eine Achse bewegt, wobei dasZerkleinern vor sich geht. 0. Das Mengen dergepulverten Materialien. Dasselbe geschiehtda, wo Stampfmühlen od. Walzwerke im Gebrauchesind, innerhalb dieser Apparate selbst n. folgt unmit-telbar dem Pnlverisiren. Der Satz wird hierbei mit23 °/o Wasser befeuchtet. In Fabriken, wo inanPnlverisirtrommeln verwendet, bedient man sich derMengtrommeln, welche sich von den Pulverisirtrom-meln dadurch unterscheiden, daß sie aus Leder be-stehen. Nach dem Mengen findet bei Anwendung derMengtrommeln das Befeuchten des Satzes statt.Dasselbe geschieht in einem hölzernen Kasten, überwelchem sich ein siebartig durchlöchertes Rohr befin-det, durch welches so lange Wasser zu der Masse ge-lassen wird, bis dieselbe etwa 310 "/ davonenthält, kl. Das Verdichten des Satzes. InStampsmühlcn fällt diese Operation unmittelbarmit dem Mengen zusammen, in Walzmühlen u. woTrommeln im Gebrauche sind, wird dieselbe zwischenzwei Walzen von 0,g m Durchmesser, von denen dieobere aus Holz, die andere aus Bronze gefertigt ist,ausgefllhrt. Der Satz wird auf ein zwischen beidenWalzen sich bewegendes Tuch ohne Ende geschüttet.Er gelangt als Kuchen von 1 2 om Stärke ansden Walzen hervor. k). Das Körnen des Pul-verkuchens. Diese Operation wird ausgeführt a)durch Siebe, die aus runden hölzernen Rahmen be-stehen, zwischen welchen Pergament mit Löchern vonverschiedenemDurchmesser aufgespannlist. DieSiebeselbst werden unterschieden als Schrotsiebe, welcheznm Zerbröckeln (Schroten) des Pulverknchens die-nen, in Kornsiebe, auf welchen dem zerkleinertenKuchen die erforderliche Größe des Kornes ertheiltwird, u. Sortir- od. Stanbsiebe, welche Len Staubabsondern u. die gleich großen Körner sortiren; b)mittels der Congröveschen Körnmaschine. die ausdrei-Paar Messingwalzen besteht, welche 0,gs m imDurchmesser haben u. mit 2 mm hohen vierseitigenPyramiden versehen sind. Dieselben sind bei den

oberen Walzen weiter auseinander gestellt, als beiden anderen. Der zerkleinerte Pulverkuchcn wirddem obersten Walzenpaare mittels eines Tuches ohneEnde zngefllhrt. Es wird beim Passircn der Walzengekörnt u. fällt demnächst auf zwei aus Draht ge-fertigte Systeme von Sieben, die sich in einer rüt-telnden Bewegung befinden. Unmittelbar unter demWalzenpaare befindet sich ein weitmaschiges Sieb,welches das Kanonenpnlver znrllckhält, darunter einfeineres Sieb, welches zur Aufnahme des Mnsketen-S-s bestimmt ist, n. unter diesem endlich der Bodendes Sicbapparates, welcher den Staub aufnimmt, o)Mittels des Verfahrens von Champy. Hierbei wirdeine hölzerne Trommel, durch deren hohle Achse einmit feinen Löchern versehenes Knpferrohr mündet,in schnelle Notation versetzt u. gleichzeitig durch diefeinen Löcher Wasser in Form von Regen in den imInnern der Trommel befindlichen Pnlversatz geleitet.Jedes Wassertröpfchen wird der Mittelpunkt einesPulverkornes, welches sich in dem feuchten Pulver-satze fortwährend herumbewegt u. sich durch concen«irische Schichten vergrößert. Sobald die Körner dieerforderliche Größe besitzen, wird die Rotation derTrommel eingestellt. Die Körner sind ungleich groß,aber ziemlich kugelförmig. Sie werden durch Siebesortirt. Die zu kleinen Körner werden bei einerneuen Operation vergrößert, die zu großen hingegenpulverisirt. Für schwere Geschütze wendet man inneuerer Zeit sog. prismatisches S. an. Es be-steht ans sechsseitigen Cylindcrn von etwa 70 mmDurchmesser u. 25 mm Dicke, die mit sechs senkrech-ten Löchern versehen sind. Die Größe ist übrigensnach den Geschützen, für welche dieses S. verwendetwird, verschieden. Bei der Entzündung solcher Pnl-verprisincn geht die Verbrennung außen n. innengleichzeitig vor sich; es entwickeln sich die Gase lang-samer, als bei feinem Pulver, u. sie können infolgedessen vollständiger auf das Geschoß wirken, als diesbei gekörntem S. der Fall wäre. §. DasPolirendes gekörnten Pnlversatzes. Man verwendethierzu Trommeln, welche den zum Pnlverisiren be-nutzten ähnlich sind, jedoch nicht wie diese Leisten u.Kugeln besitzen. Dieselben werden mit etwa 5 Ctr.gekörntem S. beschickt und einige Stunden lang umihre Achse langsam gedreht. In einigen Ländern ge-braucht man sogen. Rollfässer, längliche Tonnen, indenen sich der Länge nach eine Anzahl viereckigerStäbe befindet, welche die Reibung der Pulverkörnerbei der Rotation des Fasses vermehren sollen. (k.DasTrocknendesS-s. Es geschieht entwederin der freien Luft, oder in Localen, welche durch er-wärmte Lust geheizt werden, in denen das S. aufHorde» an den Wänden ansgebreitet liegt. GroßeS.-Fabriken wenden künstliche Trocknungsmethodenan. kl. Das Ausstäuben des getrocknetenS-s. Diese Operation wird in schräg aufgehängtenSäcken von Zwillich, welche in rüttelnde Bewegungversetzt sind, ausgeführt. Hierbei fällt der Pulver-staub durch die Öffnungen des Zwillichs hindurch,während sich das S. in einem Kasten ansammelt.Unter Umständen geht dem Ausstäuben nach demTrocknen ein nochmaliges Policen in der Polirtrom-mel voran.

II. Eigenschaften u. Zusammensetzung desS-s. Gutes S. hat ein schieferfarbiges od. bräun-lichschwarzes Aussehen, es ist nicht glänzend polirt.