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Schcrweilcr
Rath der Kaufherren übergab die Stadt dem Kaiser,!und S. mußte sich, da er iu die gegen die Bundes-häupter erlassene Achtserklärung eingeschlossen war,nach Konstanz fluchten. Er trat 1548 in die DiensteFrankreichs und wirkte auch hier für die Sache derProtestanten, indem er den Tractat auf dem Schlossezu Chambord (2.Febr. 1552) zwischen König Hein-rich II. von Frankreich und dem Kurfürsten Moritzvon Sachsen vermittelte. Nach seiner Begnadigungdurch Karl V. und Ferdinand l. 1553 kehrte er aufsein Gut Burtenbach zurück u. st. daselbst 18. Nov.1577. S. hat seine Lebensgeschichte eigenhändigausgezeichnet, doch ist diese Selbstbiographie ein ebensowenig erträgliches Werk, wie das, was Götz vonBerlichingen seinem Schreiber dictirte. Vgl.Schön-huth, Leben n.ThatendcsSebastianS.V.B., durchihn selbst deutsch beschrieben. Nach der eigenen Hand-schrift des Ritters, Münster 1858; Herberger, Se-bastian S. v. B. und seine an die Stadt Augsburggeschriebene Briefe, Augsb. 1852. Schmitz.
Scherweiler, LandgemeiudeimKrciscSchlcttstadtdes deutschen Regbez. Unter-Elsaß (Elsaß-Lothrin-gen), an der Scher, Station der Elsaß-LothringischenEisenbahnen; Baumwollenwcberei,Ölmühlen,Wein-bau; (1875) 2628 Ew. Nordwestlich davon im Ge-birge die Burgruinen Ramstcin n. Ortenbnrg.
Scherz, JohannGeorg, elsäss.Gelehrter, geb.28. März 1678 in Straßburg; stndirte dort und inHalle, wurde 1700 Docent an der Universität Straß-burg, später Canonicus am St. Thomasstift u.1740ordentlicher Professor der Rechtswissenschaft an derUniversität. Er st. 1. April 1754. Er gab SchillersRkissanrns antignitabnm tsnton. n. dessen Oocksxzur. aismann, heraus u. schr. außerordentlich werth-volle 6Io8sarium Asrman. msäii aovi, potüssimnmckialseti snovisao, herausgcg.vonOberlin, Straßb.1781—84, 2 Bde., Fol.
8ckorranllo (ital.), musikalische Vortragsbezcich-nnng, scherzend.
Scherzcr, Karl, Ritter v., bedeutender Reisen-der, geb. 1. Mai 1821 in Wien; erlernte die Buch-druckerei in der Absicht, ein literarisch-artistischesInstitut zu errichten, wozu aber die Regierung dieConcession versagte. Er bereiste darauf verschiedeneeuropäische Länder und nachdem er 1852 — 55 mitMoritz Wagner die Reise inRAmerika gemacht hatte,begleitete er 1857—59 dieNovara-Expedition. Nachseiner Rückkehr lebte er zunächst in Triest, seit 1861in Wien und wurde in den erblichen Rittcrstand er-hoben; 1866 trat er als Ministerialrat!) ins Han-delsministerium u. 1868 ins Ministerium des Aus-wärtigen. 1869 nahm er an der österreichischen Ex-pedition nach OAsien theil und kehrte über NAme-rika nach Europa zurück. Anfangs 1872 wurde erösterreichischer Generalconsul in Smyrna und ging1875 in derselben Eigenschaft nach London. Er schr.mit Wagner: Reisen in NAmerika n. Die RepublikCosta Rica, beide Lpz.1854; ferner: Wanderungendurch die mittelamerikanischcn Freistaaten Nicaragua,Honduras u. S. Salvador, Brnschw. 1857; Reiseder österreichischen Fregatte Novara um die Erde,Wien 1861 f., 3 Bde., 2. A. 1864, Volksausgabe,5.A. ebd. 1868, 2Bde.; Aus dem Statur- u.Völker-leben im tropischen Amerika, Lpz. 1864; Statistisch-commerzieller Theil der Novara-Expedition, Wien!1864, 2 Bde., 2. A. 1867; Fachmännische Berichte!
— Scheune.
! über die österreichische Expedition nach Siam, Chinan. Japan, Stuttg. 1868; Smyrna mit besondererRücksicht auf die geographischen, wirthschaftlichen u.intellectncllcn Verhältnisse von Vorder-Asien, Wien1873; auch gab er Timencz' Historias ckol ariAenäs los Iinlios cis ssta provineia cks silnatsmals,Wien 1857, heraus. Schroot.
8oborro, ursprüngl.Vortragsbezeichnung; soirsrmwusie-üi, italienische Lieder leichteren Charakters,welche seit dem 17. Jahrh.auch in Deutschland ver«bereitet n. unter dem Namen (lcmroni sür Instru-mente bearbeitet wurden. Jetzt bedeutet 8. eine selb-ständige Jnstrnmentalform in scherzhaftem, heiteremCharakter, welche bes. seit Beethoven in den mchr-sätzigen Formen Sinfonie, Sonate, Quatnor rc. stattdie bes. von Haydn ansgebildeten Menuet gesetztwird u. zwischen Len im vorhergehenden u. nachfol-genden Satz ausgedrückten schroffen n. leidenschast-lichen Gefühlsregungen eine vermittelnde Stelle ein-nimmt. Das 8. besteht wie die Menuet, aus zweiTheilcn mit nachfolgendem Trio, ist aber bedeutenderweitert, wie überhaupt kunstvoller gestaltet n. geistigvertieft.
Schesilih , Stadt im Bez.-Amt Bamberg I. desbayer. Regbez. Oberfranken, an der Eller; schöneKirche mit Denkmälern, Acker - und Obstbau, vieleMärkte; 1260 Ew. Nahebei die Burgruine Gicchmit prächtigcrAussicht n.die Wallfahrtskirche Gllgcl.
Scheuerkraut, ist Lcinisstmrn krismako.
Scheuffeli» (Schenffclein, Schäufelein), 1)Hans, berühmter deutscher Maler, geb. um 1490in Nördlingen (Nürnberg?), Maler ans der Ober-deutschen Schule, Schüler n. Nachahmer A. Dürersin Nürnberg. Er st. um 1540 in Nördlingen (oderin Nürnberg). S. liebte den Ausdruck gesteigerterAffecte n. geht darin bei allem Schönheitssinn mit-unter zu weit. Seine 118 berühmtesten Holzschnittesind im Tewrdank und dem Deutschen Cicero. InNördlingen sind mehrere Werke von ihm in Öl n.Fresko, sehr werthvolle Ölbilder in der MünchenerPinakothek. 2 ) Hans S. der Iüngere, Sohndes Vor., Maler, lebte in Frciburg in der Schweiz.
Regnet.*
Scheune (Scheuer), landwirthschastl. Gebäude,in welchem das geerntete Getreide aufbewahrt, gedro-schen u. gereinigtwird. Die S.bestehtansderTcnnc,den Bansen u. der Emporscheune. Die Tenne gehtentweder quer (Quertcnne) od.der Länge nach durchdie S. (Laugtenne), im letzteren Falle in der Mitte(Mittellangtenne) oder an der einen Seite (Seiten-langtenne). Tennen, auf welchen das Getreide ge-droschen wird, müssen 4—5 m breit sein; sie werbenaus Bohlen, gutem Lehmstrich, Lehmstcinen rc. her-gestellt. Die Bansen werden von der Tenne durch1,s m hohe Bretterwände (Temienwände, Bansen-wände) geschieden; ihren Boden bclegr man mitStangen, damit das Getreide hohl zu liegen kommt;feuchte Bansen drainirt man oder bedeckt den Bodenvor der Einschenerung mit Reisig oder Rapsstroh-bündeln. Die Emporschenne entsteht durch Bedeck-ung der Balken über der Tenne, auch nieist über denBansen, mit Brettern od. Stangen. Eigenthllmlichist die Alscn'sche S. In ihrer Mitte befindet sichder Raum sür das Roßwerk der Dreschmaschine n.! sür dcnUmgang der dieseMaschine trcibendcnThiere.l An die beiden Längsseiten dieses Raumes schließt sich