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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
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hat, durch das ein Faden geht. Die Fäden werden!abwechselnd durch das erste u. zweite Gitter gezogen,'damit man das Fadenkreuz der Kette durch Aufhebeneines der Gitter bilden kann. Darauf wickeln sich dieFäden aus dein Scherrahmen auf, wobei zu bemer-ken ist, Laß dies in Schranbenwindnugen geschehenmuß. Darum bewegt sich das Gelese, welches ineinem Gestell sitzt (Katze), auf- n. niederwärts. Manschert also heraus u. herunter u. sorgt, daß die ein-zelnen Lagen nicht auf-, sondern neben einander zuliegen kommen, damit alle Kettfäden gleich lang wer-den. Bei seidenen Ketten ist die gleiche Länge derFäden von der größten Wichtigkeit, weil sonst dieZeuge streifig werden. Das Nebeneinanderlegen dereinzelnen Lagen erreicht man dadurch, daß man vorjedem Ans- n. Abscheren durch ein Rädchen die Stell-ung der Katze etwas verändert (kreppen). Hat maneinmal auf- und abgeschoren, so ist ein Gang fertig.Ein Gang enthält also doppelt so viele Fäden als dieBobinenzahl angibt, mit welcher geschoren wordenist. Das Gangkrenz u. das Fadenkreuz, welche beimspäteren Anfbäumen und Weben sehr wichtig sind,werden durch Umschlingen von Pflöcken, welche sichauf dem Scherrahmen befinden, gebildet u. mittelsDurchschlingung von Bindfäden auch nach der Ab-nahme der Kette vom Scherrahmen festgehalten.Man wendet meist stehende, öfters auch liegendeScherrahmen an. Beysscll.

Schercnberg, 1) Ehr. Friedr., Dichter, geb.5. Mai 1798 in Stettin, wurde im Alter von 15Jahren in das Bureau eines Advocaten gebracht,der ihn mehrfach im Niederschreiben von Epigram-men auf seine Peiniger und von Elegien über seinSchicksal ertappte u. deshalb S-s Vater veranlaßte,ihm den Besuch des Stettiner Gymnasiums zu ge-statten. Ohne sonderlichen Fleiß für dieSchulfächerzu bethätigen, wandte S. sein ganzes -streben undSchaffen einem Liebhabertheater zu. Heimlich ver-ließ er 1817 das väterliche Haus, um sich in Berlinauf den Schansviclerberus vorznbereiten. Nach zwei-jährigem Aufenthalt in Berlin nahm er auf Veran-lassung des bekannten Schauspielers Wolfs Engage-ment als Schauspieler in Magdeburg an. Im Jahre1821 nahm er Abschied von der Bühne, „um einordentlicher Mensch zu werden", und verheirathetesich. Er wurde Consistorialsecretär. Dann führte erJahre lang die Correspondenz imProceßNapoleou-schcr Günstlinge gegen den Fiscns der früher zuWestfalen gehörigen Länder. Durch unglückliche Spe-culationen verlor er fein Vermögen und sah sich da-durch veranlaßt, die Schriftstellerlanfbahn zu betre-ten, ans der er Hervorragendes leistete. 1837 ginger nach Berlin, wo er 1855 die Bibliothekarstellungim Kriegsministerium erhielt u. eines der gefeiertstenMitglieder der Dichtergesellschaft Tunnel wurde. Erschr.: Gedichte, -1. A., Berl. 1869; Die Schlacht beiWaterloo, ebd. 1819, 6. A. 1869; Die Schlacht beiLigny, ebd. 1850, 4. A. 1870; Leuthen, ebd. 1852,

з. A. 1867; Aus tiefstem Herzen, ebd. 1860, undHohenfriedberg, ebd. 1869, sowie mehrere noch un-veröffentlichte Dichtungen. S., Lessen Ausdruck oftcigenthümlich gefärbt u. gewendet erscheint, ist durch

и. durch patriotischer Dichter u. versteht namentlichLas Soldatcnleben mit lebenswahren Farben treff-lich zu malen. 2) Ernst, Dichter, Neffe des Vor.,geb. 21. Juli 1839 in Swiucmünde; sollte Techniker

Scherer.

! werden, ging aber 1858 von der Gcwerbcakademiein Berlin zur Kunstakademie über, um sich nachherganz der Literatur zu widmen, redigirte 1864—69das Braunschweiger Tageblatt, wurde 1870 Redac-teur der Elbersclder Zeitung u. übernahm in neue-ster Zeit die Rcdaction des Düsseldorfer Künstlcr-albnms. Er hat sich durch eine Reihe von Gedicht-sammlungen den Rnf eines tüchtigen Lyrikers er-worben. Bey-r.

Scherer, 1) Barthclcmy Louis Josephe,General der frauz. Republik, geb. l8.Dec.1747 inDelle bei Bclforr, Sohn eines Fleischers, entliefseinen Eltern, nahm österreichische Kriegsdienste, dc-sertirre aber aus Mantua und ging nach Paris zuseinem Bruder, welcher Nartrs äs I'IIötsI beimHerzog von Richelieu war, u. trat in das FreicorpSMaillebois, welches für Holland bestimmtwar. 1792wurde er Adjutant des Generals Desprez, dann derGenerale Eikemeier u. Beauharnais, machte den gan-zen Feldzug 1793 mit, wurde Brigade- und 1794Divisionsgeneral bei der Sambre- und Maasarmseund commandirte dann bei Aldenhoven den franzö-sische» rechten Flügel nnterJourdan. Im Mai 1795erhielt er den Oberbefehl der Pyrenäenarmee, wo erwegen der Desorganisation der Truppen sich meistin der Defensive halten mußte; dann au die Spitzeder Armee in Italien gestellt, besiegte er 21. Novbr.die Österreicher und Piemoutesen bei Loano, wurdeaber im Febr. 1796 dort abgernfeu, da er die er-langten Vortheile nicht gehörig benutzte. Er lebtevom Staatsdienste entfernt bis 1797, wo erKriegs-ministcr wurde; 1799 mußte er sein Portefeuille ab-geben u. erhielt den Oberbefehl über die Armee vonItalien. Er griff die Österreicher unter Kray zwi-schen dem Gardasee n. Verona an, wurde aber zu»rückgeschlazen und mußte sich hinter den Mincio n.Oglio znrückzichen. Noch mehr verschlimmerte sichS-s Lage, als Suworow sich mit Len Österreichernvereinigte, und er mußte sich in Unordnung znrllck-ziehen. Er legte daher sein Commando nieder undübertrug den Oberbefehl provisorisch an Moreau,lebte nun in Unthätigkeit u. st. 19. Aug. 1804 aufseinem Gute Chauny im Aisnedeparlemcnt. Erschr.: krsois äss operations militairss äs 1'armssä'Italis äsxulo 1s 21 Ventüss jusgn'an 7 bäorsrrläs l'au VII., Paris 1799. 2) Edmond, franz.protestantischer Thcolog freier Richtung, geb. 8.April1815 zu Paris, studirte am OollöMLcnwbon, dannin England, zuletzt iu Straßburg Theologie undwurde 1845 in Genf Professor der Exegese. Er trataber 1850 freiwillig von dieser Stellung zurück, umeiner der Führer des franz. liberalen Protestantis-mus zu werden. Er war längere Zeit Mitredacteurder Genfer Libllotirscius universelle, Schrieb: 17a.orltigus st In toi, Par. 1850; V. Vinot, »a vis,8S8 esrite, ebd. 1853; Tettrs ä mou eure, 1853,2.A. 1859; LlslanZss äs oritigus rsliAlsuss, Par.1860; lÄuäsa oritigues 8nr 1a littsratnrs oontsm-porains, 1863—74; Llölangos ä'Iristoirs rsli^isuso,1864, 2.A. 1865; Ltuäss oritlgnos äs littsratuie,1876. Er ist neuestens einer der bedeutendsten Mü-arbciter des (Ismus. 3) Wilhelm, Sprachforscheru. Literarhistoriker, geb. 26. April 1841 zu SchloßSchimborn in Niederösterrcich als Sohn des dortigenOberamtmannes; wurde erst privatim unterrichtet,dann besuchte er Las akademische Gymnasium iu