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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
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Schcnsi —

allgemein Uebermaß u. selbst unter Umstanden bloßeRene als solcher ausgestellt. Die Klage auf Rückfor-derung des ungiltiger Weise Geschenkten oder einertvidcrrnscncn S. ist die gewöhnliche Condictio»; dieForderung ans Erfüllung der S. richtet sich nach derNatur dessen, woraus die S. sich bezog. Vgl. vonMeycrfcld, Die Lehre von den S-en nach RömischemRecht, Mark. 1835, 2 Bde.; Müller, Über dieNaturder S-en ans den Todesfall, Gießen 1827; Schapcr inHoltzeudorffs Ncchtslexikon, Bd. 2. 1876. B-zold.«

Schonst, Binnenprovinz im nordwestl. China,im St. durch die Große Mauer von der Mongoleigetrennt, östl. von den Prov. Schaust, Honan undHupe, südl. von Setschnen, westlich von Kansn be-grenzt; in ihrem südl. Theil durchzogen von demTsing-ling-schan, einem Zweige des nordchinesischenGebirgsspstems, reich bewässert durch Nebenflüssedes Hoangho (Weiho u. a.) u. des Jantsekiang (Han«kiang n. a.), mit fruchtbarem Boden n. zumeist mitGetreide angcbant, auch mit reichen Stcinkohlen-grnben; 210,340 sijicmu. 10,309,769 Ew. Indes-sen ist diese Zahl durch den Aufstand der Dnuganen(1860) u. durch die infolge der Dürre ausgebrocheneHungersuoth (1876—78) um mehr als die Hälftereducirt worden. Hauptstadt ist Singaufu. S. ist dieWiege des chines. Volkes. Thielcimum.

School, bei den Hebräern die gemeinsame Be-hausung aller Gestorbenen, s. n. Hölle.

Scherbank, so v.w. Scherkanter, s.u. Scheren 2).

Scherbengericht, s. Ostrakismos.

Schcrbenkobalt, gediegenes Arsen, s.d.S. 143.

Scherbet, Getränk, so v. w. Sorbet.

Schcrcmetcw, ein altes russisches Geschlecht,welches wie dieRomanows vonAudreiKabüla(1283)abstammt. Berühmt sind bes. 1) Iwan Wassil-jewitsch der Ältere, Bojar, Feldherr Iwans IV.,zeichnete sich in den Kriegen gegen die KrimschenTataren, Livland u. bes. gegen Kasan 1552—53 ans,wurde der Schrecken der Krim, fiel aber dessenunge-achtet bei Iwan 1562 in Ungnade u. konnte sich nurdurch seinen Eintritt mein Kloster (1565)n. Abtretungaller Güter an die Kirche vordem Tode retten; er st.nach einigen Jahren am Bjelo Osero im Kloster.2) Iwan Wassiljewitsch der Jüngere, Bru-der des Vor., ebensalls Feldherr u. Bojar, fiel 1577bei der Belagerung von Reval. 3) FeodorJwa-uowitsch, Sohn des Vor., Bojar, nahm an denKriegen Rußlands eifrig Antheil, wurde 1610 Mit-glied des Reichsrathes, verhalf Michail Romanowin erster Linie zum russischen Throne, stand ihm alsStaatsmann, Diplomat u. Feldherr treu zur Seiteu. Unterzeichnete 1618 den Waffenstillstand von De-wulina mit Polen; er starb 1650. 4) Graf BorisPetrowitsch, geb. 25. April 1652, erhielt schon1681 ein eigenes Commando. 1682 zum Bojarenerhoben, nahm er als treuer Anhänger Peters d.Gr. Theil an den Regiernngsgeschästen; 1686 schloßer als Gesandter Frieden mit Polen u. Bundestrac-tate mit dein König von Polen und 1687 mit demdeutschen Kaiser Leopold I. ab; 1687 u. 1689 be-fehligte er die Bjelgorodsche Abtheilung im Krim-kriege u. deckte 1696 den Rückzug der Asow bela-gernden Armee. Er machte 1697—99 eine militä-rische Reise durch Europa, war zwar 1700 bei Narwaunglücklich, besiegte aber 30. Dec. 1701 bis 2. Jan.1702 die Schweden unter Schlippenbach in der

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Schlacht bei Errastfer, weshalb er zum Feldmarschallernannt wurde; 29. Juli 1702 besiegte er Schlippen-bach nochmals bci Hummelshof, verwüstete Livland,eroberte das verschanzte Menzeukof u. zerstörte Ma-rieubnrg, wo er die spätere Kaiserin Katharina I.erbeutete, eroberte Nöteborg und 1703 Nycnschanz,Koporjc und Jamburg, siegte über die Schweden inFinnland bei Spstcrbek 13. Juli, verheerte Ehst- u.Livland. Er zwang Dorpat 1704 zur Kapitulation,wurde aber 26. Juli 1705 von den Schweden beiMitau tüchtig geschlagen. März 1706 unterdrückteer einen Aufstand der Strelitzen in Astrachan u. wurdedeshalb Dec. 1706 in den erblichen rnss. Grafenstanderhoben. Am 15. Juli 1708 wurde S. von denSchweden bei Golowtschin besiegt, rückte dann in derUkraine ein, nahm 1708 Nowgorod u. 1709 Gsad-jatschi. Nun wars er sich mit dem Zaren auf dieSchweden u. besiegte sie 8. Juli 1709 bei Poltawa.Er eroberte hierauf 1710 Riga und ganz Livland,wurde Generalgouverneur daselbst, folgtcPeter1711nachdem Pruth u. war bis 1715 Generalgouver-ncnr der Ukraine; 1716 schlichtete er die Streitigkei-ten Rußlands mit Danzig u. schiffte sich mit seinemCorps nach Kopenhagen ein, um eine Landung inSchonen mit den Dänen zu unternehmen. Da dieseunterblieb, ging er nach Mecklenburg n. kehrte 1717nach Polen zurück; 1718 zog er aus Gesundheits-rücksichten nach Moskau u. starb dort 28.Febr. 1719.Er war Peters größter Feldherr. 5) Graf MichailBorissowitsch, Sohn d. Vor., geb. 1. Sept.1678,Generalmajor, Unterzeichnete mit Schasfirow (s. d.)die Tractate mit der Türkei am Pruth 23. Juli 1711u. in Adrianopel 24. Juni 1713; er st. Oct. 1714in Kiew. 6)Graf Peter Borissowitsch, Bruderdes Vor., geb. 1713, General sn elwk, Oberkammer-herr der Kaiserin Katharina II., gab die Korrespon-denz seines Vaters mit Peter d. Gr. heraus (Petersb.1774—79,5Bde.).7)GrafNikolai Petrowitsch,Sohn des Vor., geb. 1751, erklärte sich 1767 sürAufhebung der Leibeigenschaft, gründete 1803 inMoskau das Scheremetewsche Hospital u. dotirte esmit einem jährlichen Einkommen von 75,000 Rbl.Er starb als reichster Russe 2. Jan. 1809 in Moskau.Vgl. des Unterzeichneten Rußlands Geschichte undPolitik, dargestellt in der Geschichte des russ. hohenAdels, Kassel 1877. Kleimchmidt.

Scheren, 1)demTuch, sowie wollenen u. baum-wollenenZengen,auchSammetendurch gleichmäßigesAbschneiden der Deckhaare ein gutes Ansehen geben.Es geschah früher mit der Hand, jetzt nurnoch auf derSchermaschine. Der Hauptthcil der letzteren, dieSchere,bestchtaus einer geraden Schneide, an welchesich berührend eine geschärfte Schraubenfläche mit gro-ßer Schnelligkeit vorbeidreht; unter diesem Apparatentlang wird in sehr constanter Entfernung der Stofflangsam durchgezogeu; Abfall: Scherwolle u. Scher-flocken. 2) Die Kette scheren (Schweifen, Auf-schlagen, Zetteln), das zur Kette bestimmte Garnans den Schcrrahmen od. eine Schermaschine auf-wickeln. Der Scherrahmeu (Schweif-,Anschweif-,Zcltelrahmen, Schweifstock) ist ein haspelartiges Ge-stell. Die Kettfäden befinden sich vor dem Scherenauf Spulen u. man schert mit 20,30 rc. Bobinen,welche in der Scherkanter aufgestellt sind. Von die-sen laufen die Fäden durch Las Gelese od. die Röster,d. h. zwei Gitter, in welchen.jeder Stab ein Auge