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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Schenk — Schcnkcndvrf.

preuß. Pro». Schleswig.Holstein; Amtsgericht, eineDampfbranütweinbrenncrei, zwei Wollspinnereien,eine Bier- und Essigbrauerei, Handel, bedeutenderKram-, Vieh- n. Pferdemarkt; 1875: 762 Ew. —S., ehemals Scanafcld, auch Sconevelde genannt,war schon um die Mitte des 9. Jahrh. vorhanden.

Schenk, 1) Johann, Componist, geb. 30. Nov.1753 in Wiener-Neustadt; war Chorknabe u. erhieltGesangunterricht von Tomaselli,Compositionsunter-richt von Stall, später von Wagenseil; kam 1774 nachWien, trat 1778 mit einer Messe hervor, wurdeKapellmeister des Fürsten Auerswald, kam späterins Elend n. st. 29. Dec. 1836 in Wien. Er schr.Kirchenmnsikwerke u. eine Reihe s. Z. mit großemBeifall anfgenommene Volksopern, wovon sich derDorfbarbier (1798) am längsten erhielt. 2) Eduardvon, bayer. Staatsmann ».Dichter, geb. 10. Oct.1788 in Düsseldorf; studirte seit 1806 in Landshnt,trat 1817 von der Protestantischen zur KatholischenKirche über u. 1823 in bayer. Staatsdienste, wurdeWirklicher Rath u. Erster Geheimer Secretär im Mi-nisterium der Justiz in München, geadelt u. Ministe-rialrath im Ministerium des Innern, anfangs 1826provisorischerVorstand der Ministerialsection fürAn-gelegenheiten der Kirche u. des Unterrichtes u. 1828Staatsrath u. Minister des Innern. Als solcher ge-rietst er mit denKammern in mannigfache Verwickel-ungen u. verlor 1831 sein Portefeuille; 1832 wurdeer RegierungspräsidentfürOberpfalzu.Regensbnrg,1838 als wirklicher Staatsrath nach München zurück-bcrusen u. Reichsrath u. st. hier 26. April 1841. S.schrieb mehrere Dramen, worunter: Canovas Tod,Münch. 1823; Kaiser Ludwigs Traum, ebd. 1826;Bclisar, Stuttg. 1829 rc., gesammelt als: Schau-spiele, Stuttg. 1829—35,3 Bde.; außerdem Can-taten u.: Die Bischöfe Johann Michael von Sailern. Georg Michael Wittmauu, Regeusb. 1838; gabauch heraus: Charitas (Festgabe in Poesie u. Prosa),Regeusb. 1834—41,».Michael Becrs SämmtlicheSchriften, Lpz. 1835. 3)August,Botaniker,geb. 17.April 1815 zuHallein; waraufangsPrivatdoceutderBotanik zu München u. Würzburg, dann Professordaselbst u. seit 1868 in Leipzig. Er schr.: Uber con-tractile Zellen im Pflanzenreich, Würzb. 1858; Bei-träge zur Flora der Vorwelt, Kass. l 863, u. über ver-schiedene geolog. Specialflorcu. Seit 1871 erscheinenvonihnnMitthciluugeuaus demGesammtgebiete derBotanik, Lpz. Siebeiirock. L) G. Zimmermaim. 3) r.

Schenkel, 1) die beiden oberen Theile der Hin-teren Extremität von der Hüfte bis zur Fußwnrzel.Das Knie u. Kniegelenk macht eine natürliche Ab-jcheidnng zwischen dem Ober-S. (§ömnr, s. d.) n.dem Unrer-S. (6rng). 2) Im engeren Sinne so v.w. Oberschenkel. 3) (Math.) S. eines Winkels, dieihn begrenzenden Linien; S. der Parabel oder Hy-perbel, ihre vom Scheitel ausgehenden Zweige.

Schenkel, Daniel, Protest. Theolog, geb. 21.Dec. 1813 zu Dögerlin im Kanton Zürich; studirtein Basel, Bonn n. Berlin, habilitirte sich 1837 alsPrivatdocent in Basel, wurde 1841 Pfarrer amMünster in Schafshausen, wo er 1843 auch Mitglieddes Kantonrathes wurde, folgte 1850 einem Rufeals Professor nach Basel und ist seit 1852 Professorder Theologie, Seminardirector u. Univcrsitätspre-diger in Heidelberg. Früher ein Vertreter der Ver-mittelnngStheologie, trat er seit Milte der 50er

Jahre immer entschiedener für die liberale Theologieein. Der Proteststnrm, der im Jahre 1864 wegenseines Charakterbildes Jesu in Scene gesetzt wurde,scheiterte an der Festigkeit, mit welcher der badischeOberkirchenrath die Lehrfreiheit wahrte. Er schrieb:Die Wissenschaft u. die Kirche (gegen Strauß), Bas.1839; Predigten über Grund u. Ziel unseres Glau-bens, Zür. 1843f., 2Bde.; Die confcssioncllcnZer-würfnisse in Schafshansen, Bas. 1844; Das Wesendes Protestantismus, Schafsh. 1846 — 52, 3 Bde.,2. A. 1861; Der Standpunkt des positiven Christen-thums u. sein Gegensatz, Zür. 1846; Die religiösenZeitkämpfe, ebd. 1847; De Wette u. die Bedeutungseiner Theologie, Schaffst. 1849; Predigten, neueFolge, ebd. 1850 f., 2 Bde.; Das Princip des Pro-testantismus, 1852; Gespräche über Protestantis-mus u. KatholiciSmus, Heidelb. 1852 f., 2 Bde.;Gssetzeskirche und Glanbenskirchc, Heidelb. 1852;Evangelische Zeugnisse von Christo (Predigten), ebd.1853 f.; Das Wesen des evangelischen Glaubens,Franks. 1854; Der Unionsberuf des evangel. Pro-testantismus, ebd. 1855; Die Reformatoren u. dieReformation, Wiesb. 1856; Die christliche Dogma-tik, ebd. 1858 f., 2 Bde.; Union, Confessio» n. ev.Christenthnm (gegen Stahl), Darmst. 1858; DieErneuerung der deutschen evangelischen Kirche nachden Grundsätzen der Reformation, Gotha 1860;Das Charakterbild Jesu (nach Marcus), Wiesbad.1864, 4. A. 1873; Zur Orientirung über meineSchrift: Das Charakterbild Jesu, Wiesb. 1864;Die protestantische Freiheit in ihrem gegenwärtigenKampfe mit der kirchlichen Reaction, ebd. 1865;Schleiermachers Lebensbild, Elberf. 1868; Luther».seine Kampfgenossen, Lahr 1868; Luther in Wormsu. Wittenberg, Elberf. 1870; Der deutsche Prote-stantenverein n. seine Bedeutung in der Gegenwart,Wiesb. 1868; Brennende Fragen, ebd. 1869; DieGrundlehren des Christenthnms, ans dem Bewußt-sein des Glaubens dargestellt, Lpz. 1877; außerdemgab er mehrere Predigtsammlnngen heraus. Er re-digirte 1860—72 die zu Elberfeld erscheinende Mg.kirchl.Zcitschrift, ebenso das Bibellexikon,Rcalwörter-bnch zum Handgebrauch für Geistliche n. Gemeinde-glieder, 5 Bde., Lpz. 1869—75. Seit 1863 steht ermit an der Spitze des Protestantenvereins. Löfflsc.*

Scheukclarterie, s. Oberschenkel, S. 637.

Schenkelbruch, s- unter Bruch 2) I.; S- band,s. n. Bruchband.

Schenkelhals, eoklnmosms komoris, s.u.Ober-

Schcnkclvene , s. Oberschenkel. »schenke!.

Schcnkendorf, Max von, deutscher Dichter,einer der Sänger der Befreiungskriege, geb. 11. Dec.1783 in Tilsit; studirte in Königsberg seit 1804 dieRechte u. Kameralwissenschaften, wurde Referendardaselbst n. hatte dort ein Duell, welches ihn um denGebrauch seiner rechten Hand brachte, wandte sich1812 nach SDeutschland.nahm seil Juni 1813 amBefreiungskriege in General Roders Gefolge thcilu. trug durch seine Kriegslieder mächtig zur Begei-sterung der Krieger bei. Er wurde 1816 Regier-nngsrath in Koblenz n. starb hier 11. Dec. 1817.Denkmal daselbst in den Rheinanlagen. Er gab dieZeitschrift Vesta heraus, seit 1808 unter dem Titel:Studien, u. veröffentlichte: Christliche Gedichte fürdeutsche Jungfrauen, Berl. 1814; Vaterlandslieder,Stuttgart 1815; Poetischer Nachlaß, Berl. 1832;