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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Schcltcn —

ihm sieben Jahre in Jena gelebt, 17. Mai 1803scheiden ließ, woraus sie I. S-s Gattin (in Würz-burg u. München) ward; st. 7. Seht. 1809. Sie wareine" reichbcgabte, vielseitig gebildete Dame von fran-zösischem oaprit Vgl. v. Schindel, Die deutschenSchriftstellerinnen des 19. Jahrh., Bd. II, S. 210ff., u. G. Waitz, Karoline, Briefe an ihre Geschwisterrc., Leipz. 1871, 2 Bde. H-ppe-

Schelten, für ungerecht erklären; seinen Unwillendurch hestige Worte äußern; Jemand stark tadeln;ein Urth eil schelten, im Mittelalter s. v. w. gegenein gesprochenes Erkenntniß einkommen (appellircn).

Schema (v. gr.), eigentlich Gestalt, daher über-haupt ein formeller Entwurf, eine formelle Vor-schrift, wie etwas gedacht oder ausgesührt werdensoll. Davon schematisiren, eine solche Regel oderVorschrift entwerfen oder ein gegebenes Mannigfal-tige ihr gemäß anordnen, einenBegriff versinnlichen,bildlich darstellen; schematisch, was eine einer sol-chen Vorschrift entsprechende Übersicht gewährt; vor-bildlich, bildlich. Sodann Figur, z. B. die Sche-mata des Pythagoras, mathematische Figuren,wodurch er die Begriffe im Raume construirte undwelche ihm zur Bezeichnung des Göttlichen dien-ten. In der Rhet. als Lxompinin selism-rboloAionin,Figur, unter welcher man das, was man sagen will,nicht selbst mit klaren Worten sagt, sondern den Hö-rer oder Leser errathen läßt. Endlich in der Metr.die Darstellung einer Versart durch versinnlichendeZeichen (Länge n. Kürze).

Tchcmacha (Schamachä), 1) ehemals ein Kha-nat im östl. Kaukasus. 2) Von 1847—59 russischesGouvernement daselbst, bildet die Hanpttheile desheutigen Gouvern. Baku. 3)(Alt-S., zum Unter-schiede von Nen-S. am Aksu, Nebenfluß des Kur),Kreisstadt im russ. Gonv. Baku, befestigt, liegt imKaukasus am Pir-Sagat; hat bedeutende Seiden- u.Baumwollwebereien, Gerbereien, lebhaften Handel;24,502 Ew. S. wurde 1859 u. 16. bis 28. Jan.1872 durch Erdbeben zerstört.

Schematismus, 1) so v. w. Schema. 2) Dieder in ihm vorgeschriebenen Form gemäße Ausfüll-ung u. Ausführung desselben; so heißt z. B. inÖsterreich das nach Len verschiedenen Klassen u. denReihenfolgen der Behörden geordnete Verzeichnißder StaatsbeamtenStaats - S. 3) Die drei Schluß-figuren der älteren Logik, insofern der Mittelbegrifsin der einen Prämisse Subject, in der anderen Prä-dicat oder in beiden Prämissen Prädicat oder auchin beiden Subject sein kann. 4) S. der Verstands-begrisfe nannte Kant die nach der Tafel der Ka-tegorien geordnete Bestimmung der Form, unterwelcher die reinen Verstandesbegrifse auf die Erfahr-ungswelt anwendbar werden; jo war ihmz. B. dieZeit das Schema des Begriffes der Caufalität, wasso viel heißt, als daß wir die Ursache nur als in derZeit der Wirkung vorhergehend uns denken können.5) Nach Ptolemäos von den neun verschiedenen Ar-ten der Stellung der Sonne u. Sterne gegen einan-der, die, wenn der Stern des Morgens kurz vorTagesanbruch aus den Sonnenstrahlen hervortritt,welches anzeigt, d»ß er durch seine relative Beweg-ung gegen die Sonne vor der letzteren vorbeige-gangen ist u. bei seinem Aufgange von ihren Strah-len nicht mehr verdunkelt wird; die Erscheinung heißtauchderHeliacischeAeifgangsOrtrwiieliaens). Hevpe.

Schenefeld.

Schemen, 1) Schatte», Schattenbild; 2) bes.Schatten der Unterwelt; 3) falsche, erkünstelte, er-dichtete Gestalt, Larve, Maske.

Schcmnitz (Selmeczbanya), königl. freie Berg-stadt im Ungar. Comitat Hont, 660 w ü. d. M., ander Scheninitz, in einem ganz von Felsen u. Bergeneingeschlossencn Thal, besteht ans der eigentlichenStadtu. den Vorstädten, Hodritsch, Schüttrisberg,Stefsollo und Szigliszberg, deren jede eine eigenePfarrei bildet; ist Sitz der Bezirksbehörden, einesLücneramtes, einer Bergdirection, hat 2 Schlösser,5 Kirchen (darunter eine lutherische), eine berühmte,von Schülern aus ganz Europa besuchte Berg- undForstakadcmie (erstere 1760, letztere 1809 gestiftet),mit chemischem Laboratorium, ausgezeichneter Mi-neralien- u. geognostischer Sammlung, eine Berg-schule, ein Obergymnasinm, ein ev. Lyceum, Pia-ristencolleginm, Bllrgerspital, 6 Thonpfeifensabriken,außerdem Fabrikation von Kachelöfen, Darmsaitenu. etwas Spitzen; (1869) 14,029 Ew. Der Berg-bau besteht schon wenigstens seit dem Jahre 752 n.Ehr., wo er von Mähren betrieben wurde. 1870bis 1875 wurden jährlich durchschnittlich gewonnen:116 Icx Gold, 6060 IcA Silber, 11,600 Ctr. Blei n.180 Ctr. Kupfer. S. wurde durch Mähren gegrün-det, unter Stephan dem Heiligen durch herbeigeru-fene Deutsche erweitert u. zur Blüthe gebracht, vonden Tataren gänzlich zerstört, nach deren Abzug wie-der anfgebant u. mit Freiheiten begabt, von Lud-wig I. mit mehreren Dörfern beschenkt u. von Ru-dolph 1572 zur königl. Freistadt erhoben. Am 13.April 1851 Fenersbrnnst. Schroot.

Schemyl, so v. w. Schamyl.

Schcndel, Petrus van, berühmter belg. Hi-storien- n. Genremaler, geb. 21. April 1806 in Ter-heyden bei Breda (NBrabant); bildete sich an derAkademie zu Antwerpen unter Van Bree gleichzei-tig mit Wiertz, Leys, Geerts u. A. u. kehrte wenigeJahre nachher als vollendeter Künstler nach Hollandzurück, um sich in Amsterdam nisderznlassen; lebtedann 6 Jahre in Rotterdam u. erwarb sich den Na-men eines bedeutenden Porträtmalers, nahm hier-auf seinen Aufenthalt im Haag u. siedelte 1845 nachBrüssel über, wo er 28. Dec. 1870 starb. Außer sei-nem heil.Hieronymus (in der Galerie im Haag),demGang nach Emmaus, einer Episode ans dem LebenVan den Bergs, den Hirten von Bethlehem, Ahas-ver, einer Unbefleckten Empfängnis;, dem heil. Jo-hannes ans Pctthmos rc. malte er köstliche Genre-bilder bei künstlichem Lichte, sowie Marktscenen rc.u. verdankt seinen Ruf namentlich diesen. Er zeich-net sich durch scharfe Beobachtung, treue Wiedergabeu. feinen, sanften Pinselstrich ckus. Regnet.

Schendy (Schendi), früher sehr wichtige, jetztheruntergekommene Handelsstadt im ägypt. Sudan,am rechten Ufer des Nil unterhalb Khartum; wenigeMeilen »ördl. die Ruinen von Mero'ö.

Schcncctady , Hanptort des gleichnam., 21,347Ew. zählenden County im nordamerikan. Unions-staate New Jork, am Mohawk und am Erie Kanal,wichtiger Eisenbahnknotenpunkt; Union OoUoxo, be-rühmte höhere Lehranstalt mit bedeutender Biblio-thek. Die Stadt wurde 1620 von Holländern undDeutschen gegründet, 1798 als Stadt incorporirt u.' tte 1860 9579, 1870 11,026 Ew.

Schenefeld, Kirchdorf im Kreise Rendsburg der