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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
Seite
773
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Lrchelüng.

ist nämlich im Gegensätze zum snbjectiven Idealis-mus ausgestellt). Alles was ist, ist an sich das Ab-solute selbst (nicht etwas bloß Borgestelltes) eine be-stimmte Form der Existenz des Absoluten. Insofernsich in dem einzelnen Sein ein Übergewicht des Ob-jectiven über das Subjektive zeigt, ist dasselbe Na-tur. An sich aber ist die absolute Identität die schlecht-hinmgeJndifferenz des Snbjectiven und Objektiven.Diesem Standpunkte gehören folgende Schriften an:Ideen zu einer Philosophie der Natur, Lpz. 1797,2. A., Landsh. 1803; Bon der Weltsecle, eine Hy-pothese der höheren Physik, Hamb. 1798, 3. U.Landsh. 1809 (die Einleitung dazu: Abhandlungenüber das Verhältnis) des Idealen u. Realen, bes.gedruckt Hamb. 1798, Landsh. 1809); Erster Ent-wurf eines Systems der Naturphilosophie, Jena1799 (die Einleitung dazn: Über den Begriff derspekulativen Physik, ebd. 1799); System des trans-scendentalen Idealismus, Tüb. 1800; Bruno oderüber das natürliche n. göttliche Princip der Dinge,Bert. 1802; Philosophie u. Religion, Tüb. 180-1:Vorlesungen über die Methode des akademischenStudiums, ebd. 1802, 2. A. 1803; Darlegung deswahren Verhältnisses der Naturphilosophie zu derverbesserten Fichteschen Lehre, ebd. 1806. S. ent-wickelte in diesen Schriften seine Gedanken mit einemGlanze der Darstellung u. wußte seinen philosophi-schen Ausführungen einen so eigenthümlichen, frischduftenden, poetischen Hauch zu verleihen, daß dieneue Weise seiner Philosophie wie mit einem Zan-berschlage die Herrschaft über die Geister erlangte.Die Befriedigung, welche darin zu liegen schien, daßdie Gegensätze zwischen Philosophie u. Erfahrung,Idealismus u. Realismus, Wissenschaft u. Religion,Theismus u. Pantheismus in den höchstenRegionender Spekulation sich ausglichen u. die Weltgeschichteebenso eine Selbstdarstellnug des Absoluten sei, wiedie Natur, u. daß die Spekulation über das innersteTriebwerk beider die gleiche Einsicht verbreite, er-warben dieser Lehre eine große Anzahl Bewundereru. Anhänger, unter denen, abgesehen von solchen,welche wie Troxler, Frz. von Baader, Joh. Jac.Wagner, Solger, K. Christ. Friedr. Krause u. A.später eigenthümliche Ansichten ausbildeten, bes.Oken, Windischmann, G. M. Klein, Gotth. Heinr.Schubert, Steffens, Schelvers, Nasse, Thanner u.A. zu nennen sind. Dabei ließ sich schon in einzelnender vorgenannten Schriften bereits der Übergang zueiner ganz nenenphilosophischenEntwickelung wahr-nehmen. Schon jetzt wendete sich S. der Mystik desNcnplatonismns n. (unter Franz v. Baaders Ein-fluß) Jacob Böhmes zu, u. in die Gedankengängedes letzteren sich mehr u. mehr vertiefend, begannS. die großartigsten Jdeenconceptionen mit seinemnatnrphilosophischcn JLentitätssystcm zu vermitteln.— Da erschien 1809 S-s berühmte Abhandlungüber die menschliche Freiheit, welche schon die Ele-mente, die Grundlagen u, die Richtung eines durch-aus neuen, theistischen Systems darlegte. Die abso-lute Identität ist nicht mehr der Gott des Systems,sondern (»ach einem von Böhme entlehnten Ans-drucke) der Urgrund oder der Ungrund der Gottheit,aus welchem sich diese Lurch Trennung u. Scheidungihrer Lebensmomentc (Potenzen) als persönlicherGeist hervorhcbt. Bon dieser Idee der freien Per-sönlichkeit Gottes aus (welche an die Stelle der Iden-

tität trat) konnte nun S. einerseits dis Idee einerfreien Schöpfung erfassen n. anderseits im Menschendie Möglichkeit der wahren Freiheit (für das Guteu. das Böse) Nachweisen. Die neue Gottesidee waraber wesentlich die der sich offenbarenden Gottheit,die Idee der Offenbarung. — Indem es nun S.als seine Aufgabe ansah, das neue System, dessenConception in ihm erfolgt war, nach allen Seitenhin anszugestalten, so trat derselbe scheinbar vomSchauplätze ganz zurück n. veröffentlichte von 1813bis 1834 gar nichts, während Hegel mit seiner Jden-titätsphilosophie von der denkenden Welt fast voll-ständigen Besitz ergriff. Um so größer wardie Spann-ung, mit der man seinem Auftreten in Berlin ent-gegensah, wohin er zur Rettung des Ossenbarnngs-glaubens berufen ward. Aber auch hier veröffent-lichte er nichts. Damals publicirte E. G. Pauluszu Heidelberg unter dem Titel: Die endlich offenbargewordene Philosophie der Offenbarungrc. (Darmst.1813) die Vorlesungen S-s über die Philosophie derOffenbarung ans einem nachgeschriebenen Hefte,weshalb ihn S., ohne der Echtheit des Mitgetheiltenzu widersprechen, erfolglos gerichtlich belangte, einVerfahren, welches damals mehrere satirische Schrif-ten hervorrief. Nach seinem Tode wurde in der Ge-sammtausgabe seiner gedruckten und ungedrncktenSchristcn (Werke, I. Abtheilnng 10 Bde., II. Ab-theilnng 6 Bde., Stnttg. u. Tüb. 1854 ff.) das spä-tere System S-s in der Gestalt von Vorlesungenveröffentlicht. Den Ausgangspunkt desselben bildendie Untersuchungen über das Wesen der menschlichenFreiheit. Das logische Denken reicht wol (wie beiHegel) zur Erkenntnis) des Begriffs, aber nicht zurErkenntniß des realen Seins aus. Die letztere istSache derErfahrung. Daher muß zu der bisherigennegativen Philosophie eine positive Spekulation hin-znkommcn. In dieser letzteren erhebt sich nun S.mit dem weiten, umfassenden Blicke seines starkenGeistes, um ebenso die Tiefen der Offenbarung, alsdie in den uralten Mythen der Menschheit ausge-sprochene Ahnung der Völker zu durchdrungen, u.,indem er die Wahrheit u. Einheit derselben ans Lichtzieht, die Geschichte des sich offenbarenden Geistes inihrem großen, die ganze Menschheitsgeschichte um-spannenden Zusammenhänge n. in diesem Las Lhri-stenthnm als die absolute Wahrheit des Geistes zuerweisen. Vergl. Rosenkranz, S-s Vorlesungen rc.,Danzig, 1843; L. Noack, S. u. die Philosophie derRomantik, Bcrl. 1859—60, 2 Thle.; Kuno Fischer,Geschichte der neueren Philosophie, Bd.VI, Heidelb.1877; Pütt, Ans S-s Leben, in Briefen, Leipzig1869 bis 1870, 3 Bde.; Becker, S-s Geistesent-wickelnng, München 1875; Rob. Zimmermann, S-sPhilosophie der Kunst, Wien 1875. 2) DorotheaKaroline, erste Gemahlin des Vor., Tochter desProf. I. D. Michaelis zu Göttingen, 2. Sept. 1763daselbst geboren, 1784 mit dem (1788 vcrst.) Berg-mcdicns I. F. W. Böhmer zu Clausthal verehelicht,lebte als Wittwe zu Göttingen, Marburg u. (seitFrühjahr 1792) zu Mainz, wo sie wegen ihrerfranzösischen Gesinnung (n. Beziehung zu Custine)1793 verhaftet u. nach Königstcin, dann nach Kron-berg gebracht wurde. Von vielen Seiten (vielleichttheilweise nicht mit Unrecht) verdächtigt, floh sie 1795nach Brannschweig, verehelichte sich 1796 mit A. W.Schlegel, von dem sie sich jedoch, nachdem sie mit