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Scheller, Immanuel Johann Gerhard,bedeutender Philolog u. Lexikograph, geb. 1735 inIhlow, studirte in Leipzig; 1761 Rector in Liibbcn,1772 in Bricg; st. 5. Juli 1803; er schr. n. a.: An-leitung die alten lat. Schriftsteller zu erklären, Halle1770, 2. A. 1783; kraseopba sbM bong latini,Lpz. 1779,2 Thle., 3. A. 1797 (Auszug, 3. A. 1796);Aussiihrl. lat. Grammatik, 1779, 4.A. 1803; Kurz-gefaßte lat. Grammatik, 1780, 4. A. von Döring,1811; Kleines lat. Wörterbuch in etymol. Ordnung,1780, 7. A. von Georges, 1840 (deutsch-lat. Th. v.Zimmcrmann, Darnist. 1814); Aussiihrl.lat. Wör-terbuch, 1783 f., 3. A. 1804 f., 7Büe.; Lat. Hand-lexikon, 1792,2 Bde.; umgearb. v. Liiuemann (7.A. 1831) u. bes. Georges (oft aufgelegt). Eberhard.
Schellfische daäoiäol Kt/ir., Fischsam. aus derOrdnung der Weichstrahlenflosser; Körper gestreckt,Haut schleimig, Schuppen klein, glatt; 1—3 Rücken-flossen, 1—2 Afterflossen, Bauchflosscn kehlständig;Schwimmblase meist vorhanden; das Maul trägt inder Regel Hcchelzähne. Gatt. 6aäus Schell-
fisch; 3 Rücken- u. 2Afterflossen, Bauchflosscuschmal;obereZähne in einer schmaleuBiude vereinigt; Gau-menbeine ohne Zähne; Mecresfisch. Arten: fil.mor-rlrua L., Kabliau, s. Kabliau. <7. asAlslinnZ 77.,Schellfisch, 50 m lang; hinter der Brustflosse einschwarzer Fleck; Rücken bräunlich, Seiten Heller;Speisefisch; Nordsee. Genannte beide Arten werden anlangen Seilen, von denen beköderteAngeln herabhän-gen, zu Tausenden gefangen. 0. naorlanAno 77.,Wittling, 60 omlang, silberweiß; kein Bartsadeu.Gatt. Lorlnooins Seehecht; ohne Bartfä-
den; Zähne in 2 oder 3 Reihen; 2 Rücken- u. 1 After-flosse. Art. Ll.vulAarisTNem., Schellfisch, 60om lang;oben graubraun; vordere Rückenflosse spitz; Ober-kiefer kurz; kommt getrocknet als kleiner Stockfisch inden Handel, steht diesem aber an Geschmack nach; At-lant. u. Mittelmeer. Gatt. I-ota TWss., Quappe;2Rücken-u. 1 lange Afterflosse; Schuppen sehr klein;ein Bartfaden am Kinn. I-. vul^o-rio <7E, gcm.Quappe, Alruppe, Alranpe, 40 om lang, aalartig,gelblich, braun marmorirt; Süßwasserfisch, lebt ver-steckt in Uferlöchern n. unter Steinen; man spießt ihnmitGabcln. Llolvavnl^arisFVem., Iinlang,oliven-grün, Bauch silbern; 1 Bartfaden; Unterkiefer mitmehreren großen Zähnen; Nordsee. Kaniovps tri-InronsTNsm., Froschkopf; Kopf breit u. platt; Schup-pen sehr klein; größere Zähne zwischen den kleineren;Rückenflosse verkümmert; braun; Nordsee. Auch fos-sile S. sind bekannt. Farwick.
Schellirig, 1) FriedrichWilhelmJos. von,berühmter Philosoph, geb. 27. Jan. 1775 zu Leon-berg in Württemberg; studirte in Tübingen u. kurzeZeit in Leipzig Philosophie und Theologie. Seinefrühzeitige geistige Entwickelung bewies die in sei-nem 17. Jahre herausgegebene Abhandlung: Xn-tignissimi äs prima malornm bninanornm oriAmspbilosoxboinatis sxxIioalläitsnbamon(Tüb.1792),welcher im Jahre 1793 in Paulus' Memorabilieneine Abhandlung Über Mythen, Sagen n. Philoso-pheme der ältesten Welt folgte. Die lebendige philo-sophische Regsamkeit, deren Sitz damals Jena durchReinhold und Fichte geworden war, zog ihn andiese Universität, wo er 1798 außerordentlicher u.nach Fichtes Weggang im Jahre 1803 ordentlicherProfessor der Philosophie wurde. Hier gab er die
- Schölling.
Zeitschrift für specnlative Physik (Jena 1800—1303,2 Bde.), die Nene Zeitschrift für specnlative Physik(Tüb. 1802) u. mit Hegel das Kritische Journalder Philosophie (ebd. 1802—1803, 2 Bde.) heraus.1803 folgte er einem Rufe nach Wllrzburg n. gabmit Marcus die Jahrbücher der Medicin als Wissen-schaft (ebd. 1805) heraus; ebenso die AllgemeineZeitschrift von u. für Deutsche (ebd. 1805, 3 Hefte).Im Jahre 1808 wurde er Generalsecretär der Aka-demie der bildenden Künste in München n. in denAdelsstand erhoben; 1820 wandte er sich in Folgeeines Streites mit dem Präsidenten der AkademieJacobi nach Erlangen, kehrte aber 1827 als ordent-licher Professor der Philosophie u. mit dem Titeleines Geheimen Hofrathes an die neuerrichtete Uni-versität München zurück, wurde später daselbst wirk-licher Geheimer Rath, Borstand derKöniglichenAka-demie der Wissenschaften n. Conservator der wissen-schaftlichen Sammlungen. Im Jahre 1841 wurdeer von Friedrich Wilhelm IV. unter sehr günstigenBedingungen nach Berlin gerufen u. st. 20. Aug.1854 zu Ragaz im Kanton Chur, wohin er sich zumGebrauche einer Badekur begeben hatte. In Be-ziehung ans S-s Philosophie sind mehrere Periodenzu unterscheiden. In der ersten Zeit seines Auf-tretens in Jena hatte er mit Begeisterung die Phi-losophie des sog. subjektiven Idealismus vertreten,in Uebereinstimmung mit Fichte (s. d.), aber in vol-ler Unabhängigkeit von demselben. Dieser Periodegehören die Schriften au: Über die Möglichkeit einerForm der Philosophie überhaupt (Tüb. 1795) n.Vom Ich als Princip der Philosophie (ebd. 1795),beide eine scharfsinnige u. gewandte Entwickelungdes Fichteschen Grundgedankens. Auch die Philoso-phischen Briefe über Dogmatismus u. Kriticismus,sowie die Abhandlungen zur Erläuterung des Jdea-lismnsderWissenschaftslchre(l795,1797) verlassen,abgesehen von derPolemik gegen Kant, diesenStand-punkt noch nicht. Er ist dadurch bezeichnet, daß dasIch für das allein Reale n. Absolute n. als die Auf-gabe der Philosophie die Lösung des Problems er-klärt wurde, wie das Ich dazu komme, sich selbst einevon ihm vorgestellte Welt gegenüberznstellen. Inder damaligen Schulsprache nannte man das, dasObject aus dem Subject, das Nichtich aus dem Ichdednciren. Doch schon seit 1797 begann sich S. ausdiesem einseitigen subjektiven Idealismus herauszn-arbeiten u. denselben zu einem objektiven Idealis-mus umzugestalten, mittelst dessen er (wie später diegeschichtliche und religiöse Lebensentwickclung derMenschheit) so zunächst das Leben der Natur philo-sophisch zu erfassen versuchte. S. erkannte jetzt daswirkliche Sein nicht bloß im Ich, sondern auch inder Natur an, u. zwar in dieser dasselbe Sein, nurauf niederer Stufe als im Ich. Indessen konnte dochS. auf diesem Standpunkte nicht stehen bleiben.Seine Anschauung von dem Verhältnisse zwischenNatur u. Geist bedurfte eines Ausgangspunktes,von wclchemans diesesVcrhältniß begreiflich wurde;u. indem nun S. das, was ihm bis dahin am Endeseines Philosophems gestanden hatte, an den Anfangdesselben stellte, um den großen Organismus allesSeins in seinem einheitlichen Werden zu erfassen, sogestaltete sich seine Philosophie zur JLentitätsphi-losophie, mit welcher er erst recht bestimmt zu Fichtein Gegensatz trat. (Der Ausdruck absolute Identität