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Schelde —
mündet im Gonv. Jaroslaw bei Rybinsk in dieWolga. Durch dcnKnbcnskoekanal n.denBjelosersk-kanal (s. u.Marienkanal) ist die S. das Verbindungs-glied zwischen der Ostsee, dem Kaspischen und demWeißen Meere.
Schelde (franz. Lsoaut, im Alterthum Lealäis),Fluß, entspringt bei Beanrevoir im Arr. St. Quen-tin des franz. Dcp. Aisne, wird bei Condc schiffbar,tritt bei St. Antoing nach Belgien über, durchfließtdort die Provinzen Hennegau, Ost- u. Westflandernn. Antwerpen, theitt sich, in die Niederlande überge-treten, nordwestl. von Zandvlieth in die Oostern- u.Wester-S., bildet dadurch mehre Inseln (Zuid- undJiordbeveland, Walcheren n. andere) n. erreicht beiVliessingen die Nordsee. Ihre Stromentwickelungbeträgt 430 km, die schiffbare Strecke 340 üm. DieOostern-S. ist für die Schifffahrt in ihrem südlichenTheil unbrauchbar, weshalb sie mit der Wester-S.dnrchdenZuid-Beveland-Kanalverbunden ist, außer-dem steht sie mit dem südl. Arme der Maas durchinehre natürliche Kanäle in Verbindung. Nebenflüssesind in Frankreich links: Scarpe, rechts die Seile,Ronelle, Haine; in Belgien links: Lys, Dnrme(schiffbar), rechts: Nonne, Dender (ans Hennegau,schiffbar), Rüpel u. a. Die S. ist bei Antwerpen600 in breit u. zur Flnth 15 »i tief. Die in: West-fälischen Frieden 1648 festgesetzte Sperrung derS. wurde erst in dem mit der Batavischen Republikgeschlossenen Frieden 1795 aufgehoben. Die seit derTrennung von Belgien und Holland von letzteremerhobenen Ansprüche ans die S. wurden von denMächten nicht anerkannt, weshalb dasselbe endlichim Definitivvertrag vom 19. April 1839 davon ab-stand. Die von Belgien noch erhobenen Zölle wur-den durch den Brüsseler Vertrag vom 16. Juli 1863abgelöst. Schroot.
Schele von Schelenburg, Georg VictorFriedrich Dietrich, Freiherr v., hannoverscherStaatsmann ans einer von den alten Grafen vonPaderborn abstammenden Familie, geb. 8. Novbr.1771 in Schelenburg, wurde, nachdem er die Nitter-akademie zn Lüneburg besucht und in Göttingen dieRechte studirt, 1793 Auditor bei der hannöverschenJnstizkanzlei, unter der westfälischen Regierung Ge-sandter in München n. Staatsrath. Mit Hilse seinesOheims, des Grafen Münster, kam er nach der Ka-tLstropheWestfalenswiederinhannöverschen Staats-dienst ».wurde 1824 Präsidentdes SchatzcollegiumsmitSitz u. Stimme im Geheimrathscolleginm; 1837ernannte ihn König Ernst August znm Staats- undCabinetsminister, als welcher er noch am selbenTage die Ständeversammlung vertagte u. darauf 5.Juli das Aufhebung des Staatsgründgesetzes von1833 betr. Patent vollzog. Er wurde 1838 vomKönige zum Freiherrn ernannt u. st. 5. Sept. 1844inSchelenburg. Sein zweiter Sohn Freiherr Edu-ard August Friedrich, geb. 23. Sept. 1805,Thurn- u. Taxisscher Generalpostmeister, trat nachabsolvirtenRechtsstndieninden hannöv.Jnstizdienst,wurde 1841 Cabinetsrath, 1845 Mitglied der ErstenKammer, vertrat 1850—51 Hannover beiden Dres-dener Conferenzen, wurde daraus hannöv. Gesandterbei dem reconstituirten Bundestag u. trat nach demRegierungsantritt Georgs V. 22. Novbr. 1851 alsMinister des Auswärtigen n. des königl. Hauses andie Spitze de? neuen Cabinets, 21. Nov. 1853 aber!
Schellcubcrg.
. wegen eines Conflictes mit der ritterschaftl. Parteiüber die Verfassungsmodification und den übrigenMinistern wieder zurück; er war dann bis 1866fürstlich Thnrn- u. Taxisscher Generalpostmeister inFrankfurt a. M. Lag«.
Schelhorn , Johann Georg, bedeutender Kir-chenhistoriker n. Bibliograph, geb. 8. Dec. 1694 inMemmingen, stndirte seit 1712 in Jena u. Altdorf,privatisirte seit 1718 in Memmingen, wurde 1732Prediger in Buxach, 1734 Stadtpsarrer u. Biblio-thekar in Memmingen u. 1753 Superintendent n. st.31. März 1773; er schr.t Os roliAionis evang;. inproviiwia salisbnrA. ortn etv., Lpz. 1732 (deutsch1732, Holland. 1733); n. gab heraus: ^mosnitatssUterariss, Franks, u. Lpz'. 1724—34, 14 Thle., n.A. der 4 ersten Theile 1737 f.; ^.moonitatso Iristo-riao sovlss. st litdsr., ebend. 1737—46, 3 Thle.(deutsch, Ulm 1762—64, 4 Thle.); iLota üistorioo-soolosiastioasaso. 15.stl6., 1738; Reformations-historie von Memmingen, Memm. 1730. Löffler.»
Schclif (Wadi-S.), der größte Fluß inAlgerien,entguillt dem Großen Atlas, dnrchströmt dann imnördl. Laufe das Harar, durchbricht den Kl. Atlasund wendet sich gegen Westen; Mündung ins Mit-telmeer nahe bei Mostaganem.
Schelklingcn, Stadt im Obcramte Blaubenrendes Württemberg. Donankreises, an der Aach, Sta-tion der Württemberg. Staatsbahnen; Ruinen desSchlosses Mnschenberg; Töpferei, Cement- u. Zünd-holzfabrikation ; 1875:1042 Ew. Dabei an der Quelleder Aach das 1127 gegründete u. 1806 säcnlarisirtcBenedictinerkloster Urspring (jetzt Banmwollenspin-nerei u. Weberei).
Schellack, der durch Filtriren im geschmolzenenZustande gereinigte, in dünne Blättchen geformteGnmmilack (s. d.). Er wird mit verschiedenen Far-ben n. billigeren Zusätzen vermischt als Siegellack,in Weingeist ansgelöst als Firniß, für sich als Kittvielfach gebraucht. Gebleicht wird der S., indemman ihn in Weingeist löst und in der Wärme mitChlorkalk behandelt, dann mit Salzsäure ansfällt u.mit heißem Wasser answäscht, er bildet dann weißeseidenglänzende Blättchen. Jmigck.
Schellenberg, 1)BerzbeiDonauwörth; Schlachtan demselben 2. Juli 1704, s. Donauwörth. 2)Dorf im siebenbürg.StuhleHermannstadt; 750 Ew.Hier 1599 Schlacht zwischen Andr. Bathory u. demwalachischen Hospodar Michael, in welcher ErstererFllrstenthnm n. Leben verlor. 3) Stadt u. Burg,s. u. Augnstusburg.
Schcllcnberg, Emil Otto, Protest. Theolog,geb. 1816 zu Dinglingen in Baden, stndirte von1835 an in Halle, von 1838 an zn Heidelberg, wurde1848 zweiter Pfarrer an der Trinitatiskirche znMannheim. Er war ein Hauptvorkampfer des badi-schen kirchlichen u. politischen Liberalismus u. einerder Gründer des Protestantenvereins, den er 1862zn Dnrlach in Anregung brachte. Er war Mitarbei-ter desSonntagmorgcn, gab Vorträge überJesaias,Dante, Philipp den Schönen, Schleiermacher her-aus. 1867 kam er in den Ausschuß der badischenGeneralsynode n. wurde von der theologischen Fa-cnltät Heidelberg 1869 zum Ehrsndoctor der Theo-logie creirt. Starb 19. Dec. 1873. Predigten ansseinem Nachlaß heransgegeben von OberkirchenrathS. u. Stadtpfarrer S., Mannh. 1875. Löffler.